Kita: Umstellung auf eingeschränkten Regelbetrieb nicht gleich

Kitas wieder geöffnet: Nach der jüngsten Änderung der SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung von Mittwoch wird ab dem 25.05.2020 von der erweiterten Notbetreuung auf eingeschränkten Regelbetrieb umgestellt. Das heißt im Klartext: die (meisten) Kinder dürfen ab kommender Woche wieder Krippe, Kindergarten oder Hort besuchen, nämlich alle, die einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben. Allerdings nur unter Einhaltung der Hygienevorschriften und einschränkender Regelwerke. Um Durchmischungen und damit eine mögliche Ausbreitung des Corona-Virus im Infizierungsfall zu vermeiden, werden die Kinder in einer festen Gruppe und in einem Raum betreut. Die eingeschränkte Regelbetreuung umfasst je Kind mindestens vier Stunden und einen Tag pro Woche. Eine individuelle Erweiterung der Betreuungszeit ist möglich, auch Wunschtage der Eltern sollen berücksichtigt werden.

Das alles zu durchdringen und zur Zufriedenheit aller – der Kinder, Eltern und pädagogischen Fachkräfte – auszugestalten, ist in der Kürze der Zeit und mit Feier- und Brückentag dazwischen, jedoch nicht gleich leistbar. Die AWO Kinder- und Jugendhilfe Potsdam gGmbH bittet deshalb um Verständnis, dass es in den ersten Tagen der nächsten Woche  noch keine sofortige Umsetzung der Lockerungen im Kita-Betrieb geben kann. Vielmehr wird die Zeit genutzt, um eine geordnete Überleitung in den eingeschränkten Regelbetrieb zu planen und umzusetzen.


Corona LIVE-TICKER

Donnerstag, 04. Juni 2020

Kita-Gebühren: wer zahlt wann was?

Wann und wie der Einzug der  Elternbeiträge für die Notbetreuung  und eingeschränkte Regelbetreuung in der Zeit des Corona-bedingten Shutdowns erfolgen soll, teilt jetzt Sabine Frenkler, Geschäftsführerin der AWO Kinder- und Jugendhilfe Potsdam gGmbH, den Eltern in einem Schreiben mit. Demnach ist bisher nur gesichert, dass  Beiträge und Essensgeld  für die Zeit der Notbetreuung zum 15. Juni abgebucht werden.
Das Erheben von Elternbeiträgen für den derzeit laufenden eingeschränkten Regelbetrieb hingegen müsse zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, da das Verfahren durch das Land Brandenburg noch nicht abschließend geklärt sei, heißt es im Brief an die Eltern weiter.  Das Land kläre außerdem die Frage, wer im eingeschränkten Regelbetrieb für welches Angebot zahlen müsse oder nicht. Eine Neufassung der Richtlinie „Kita-Elternbeitrag-Corona“ werde derzeit im brandenburgischen Ministerium für Bildung, Jugend und Sport erarbeitet.
Die Fertigstellung wird in der kommenden Woche erwartet.

AWO Potsdam setzt vermehrt auf Online-Fortbildungen

Die Corona-Pandemie kam und plötzlich mussten alle Treffen in Präsenzform abgesagt werden. Dies gilt natürlich auch für Fort- und Weiterbildungen. Der AWO Bezirksverband Potsdam konnte hier schnell auf die eigene Online-Lernplattform zurückgreifen, die über das ESF-geförderte Verbundprojekt „Sozialwirtschaft im digitalen Wandel“ bereits implementiert ist. Unter dem Link awo-elearning.de wurde mit Geldern der ESF-Programm-Richtlinie rückenwind+ seit Juni 2018 gemeinsam mit dem AWO SPI Soziale Stadt und Land Entwicklungsgesellschaft mbH eine Moodle-basierte Lern- und Kommunikationsplattform aufgebaut.

Zunächst wurden Elemente der  Weiterbildungen im Projekt „Schulgesundheitsfachkräfte“ über die Plattform durchgeführt. Seit Herbst 2019 werden in einem Pilotprojekt Mitarbeiter*innen im Seniorenzentrum in Trebbin  zu den Expertenstandards in der Pflege auf der Moodle-Plattform geschult. Angedacht war für dieses Jahr, die ersten Schulungen zur Lebensmittelhygiene online anzubieten. Durch die Corona-Pandemie musste dieses Vorhaben schnell umgesetzt werden. Gemeinsam mit der Hygienefachkraft wurden dann zügig Online-Fortbildungen zum Infektionsschutzgesetz und zur Lebensmittelhygiene aufbereitet und durchgeführt. Mittlerweile haben 20 Mitarbeiter*innen die Schulung erfolgreich absolviert. Auf dem Plan steht, noch weitere Pflichtschulungen zeitnah über awo-elearning.de zu erstellen und anzubieten. Auch das Projekt "Peer Counseling in der Arbeit mit Langzeitarbeitslosen" hat seine Qualifizierungsmaßnahmen innerhalb kurzer Zeit auf eLearning-Angebote umgestellt.

In den vergangenen Wochen  haben sich einige Mitarbeiter*innen der AWO Potsdam die Zeit genommen und im Rahmen einer kleinen Tele-Tutoren-Schulung alle wichtige Lern- und Gestaltungsmöglichkeiten auf Moodle ausprobiert und überlegt, wie Zielgruppen orientiert attraktive Online-Weiterbildungen erstellt werden können.

Die Schulungen des zweiten ESF-geförderten Projekts #SoziADigital werden ebenfalls komplett auf der Lernplattform konzipiert. Mit Hilfe des Videokonferenz-Tools Zoom, welches in Moodle integriert ist, können sogar „virtuelle Präsenzsitzungen“ stattfinden. Die nächste Qualifizierung, die jetzt online angeboten wird, ist die PART® - Deeskalationsschulung ab 4. Juni 2020.

Weitere Fortbildungen werden online geplant, denn auch ohne Corona ist eLearning für den AWO Bezirksverband  Potsdam ein gutes und effektives Instrument.

Lernplattform AWO eLearning.de

Mittwoch, 03. Juni 2020

Warum wir unsere Kitas schnellstmöglich öffnen

Was bisher nur vermutet wurde, hat sich jetzt bestätigt. Viele Familien leiden unter den Eindämmungsmaßnahmen durch die Corona-Pandemie, wie es in einem dpa-Bericht heißt. Häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder   hat in der Zeit der Kontaktverbote seit März zugenommen.

Der Online-Studie der Technischen Universität München (TUM) zufolge berichteten viele Frauen, dass sie in der Zeit der strengen Kontaktbeschränkungen mindestens eine körperliche Auseinandersetzung erlebt zu haben, etwa Schläge oder sogar Vergewaltigungen. Bei 6,5 Prozent wurden die Kinder den Aussagen der Mütter zufolge gewalttätig bestraft. Bei Familien in Quarantäne sind die Zahlen noch erschreckender. Jedes zehnte Kind erlitt Gewalt. Kommen noch Geldsorgen oder andere Probleme hinzu, waren die Zahlen ähnlich dramatisch (9,8 Prozent der Kinder erlitt körperliche Gewalt). Auch Kurzarbeit oder der Verlust des Arbeitsplatzes eines Partners erhöhte die Gewalt in den Familien.

Der AWO Bezirksverband Potsdam e. V. ist schon immer Ansprechpartner und Unterstützer für Familien. Wir setzen uns für die Chancengleichheit aller Kinder ein. Wir bieten mit unseren flexiblen Hilfen und dem Familienhaus Hilfe zur Selbsthilfe. Gerade Familien mit finanziellen Sorgen benötigen in der Corona-Krise dringend unsere besondere Unterstützung.

Aus diesem Grund haben wir auch so schnell wie möglich unsere Kitas in Potsdam und dem Umland wieder für alle Kinder im eingeschränkten Regelbetrieb geöffnet, um die Familien zu entlasten – natürlich unter Einhaltung der Corona-Eindämmungsmaßnahmen. Wir werden so schnell wie möglich in den Normalbetrieb übergehen.

Dienstag, 02. Juni 2020

Ein Plan für danach

Auf bunten Flächen ist Platz zum Eintragen, was einem immer noch gute Laune macht, was man derzeit am meisten vermisst oder wozu man jetzt mehr Zeit hat als vorher. Entworfen hat die Tafel, auf die ein Leben in Zeiten von Corona festgehalten werden kann, das Projekt "Wunsch-Wege" vom Verein Leben mit Behinderung Hamburg. Dabei geht es nicht nur darum, eine Ist-Zustand zu Papier zu bringen, sondern sich vielmehr auch einen Plan für die Zeit DANACH zu machen. Gleichzeit soll es dem Eintragenden helfen, Tage und Wochen mit Einschränkungen und Entbehrungen durchzustehen und die Zukunft zu planen. Das hat auch außerhalb von Krisenzeiten seine Gültigkeit und kann jetzt geübt werden.

"Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet",

wird auf der Projektseite der US-amerikanische Informatiker Alan Kay zitiert. Dabei geht es vor allem um die persönliche, individuelle Planung. Im Netz entdeckt hat "Wunsch-Wege" übrigens unsere Inklusionskoordinatorin Rosalind Honig, die diese kreative Methode gut findet, "um sich selbst und andere dabei zu unterstützen, auch während der Krise den Überblick zu behalten und die persönliche Ausrichtung nicht zu verlieren."

Fast wieder ganz normaler Schulbetrieb

Die AWO Grundschule „Marie Juchacz“ in Potsdam-Golm bietet seit einer Woche wieder für alle Klassen täglichen Unterricht von 08:00 bis 13:00 Uhr an. Außerdem können alle Kinder an der Mittagsversorgung teilnehmen und immer mehr der Erst- bis Fünftklässler nutzen auch die eingeschränkte Regelbetreuung im angeschlossenen Hort „Am Herzberg“. Selbstverständlich passiert dies alles unter strengster Einhaltung der Hygienevorschriften. Trotzdem ist es ein bisschen wie der Schulalltag vor dem Corona-bedingten Shutdown.
Den überbrückte die Grundschule in der ersten Zeit mit intensiver Lernbegleitung zu Hause und später dann auch einem eingeschränkten Angebot in der Schule. Schulleiterin Kathrin Suhr freut sich über das große Engagement und die hohe Fachlichkeit ihres Pädagog*innen-Teams, das die Lernbegleitung zu Hause abgesichert hat. Sie selbst hat die Eltern in Briefen und E-Mails über Entscheidungen und weitere Entwicklungen im Schulbetrieb auf dem Laufenden gehalten. In den kommenden Wochen seien sie und ihre Kolleg*innen „mit dem Finden neuer Lernziele bis zu den Sommerferien und dem Erstellen von Wochenplänen auch im Rahmen von projektorientiertem Unterricht“ beschäftigt, heißt es im aktuellen Elternbrief. Die Zeit bis zur Sommerpause solle so sinnvoll für die Vermittlung noch offener Unterrichtsinhalte genutzt werden.

 

Montag, 01. Juni 2020

Kinderarmut muss endlich ernst genommen werden

Kinder sind unsere Zukunft, Kinder haben Rechte und sollten behütet aufwachsen können. Hilfsorganisationen fürchten einen weltweiten Anstieg von Kinderarmut um 15 Prozent bis zum Jahresende durch die Corona-Pandemie. Das passt nicht zusammen.

Auf den griechischen Inseln harren immer noch viele unbegleitete Minderjährige unter katastrophalen Bedingungen aus. Europa hat die Pflicht, den geflüchteten Menschen und vor allem den Kindern beizustehen.

Zum Internationalen Kindertag fordern wir, dass Politik und Zivilgesellschaft endlich das Thema Kinderarmut ernst nehmen. Jeder Euro in Bildung und Gesundheit lohnt sich langfristig, nur durch Chancengleichheit können sich Talente erst entwickeln.

Wir fordern, dass endlich Maßnahmen gegen Kinderarmut ergriffen werden. Unsere Vorschläge:

1. HartzIV-Sätze deutlich erhöhen

2. Jedes Kind muss die Möglichkeit haben, digital zu lernen.

3. Einführung von Schulgesundheitsfachkräften an allen Schulen

4. Kostenloses Schulessen

6. Eine menschenwürdige Migrationspolitik

6. Mehr Kinderspielplätze in Potsdam

7. Sichere Radwege

8. Kostenlose Nutzung des ÖPNV

9. Lebenswerte Gestaltung der Innenstädte

Mehr Infos über unser Büro Kinder(ar)MUT

Freitag, 29. Mai 2020

Kinder müssen unbelastet aufwachsen können

Überschuldung im familiären Bereich trifft besonders Kinder, die je nach Altersgruppe die Spannungen und Belastungen kaum einschätzen können. Geldsorgen in Zeiten wie diesen, wo der Kontakt zu anderen Kindern oder Freunden kaum möglich ist, verschärfen die Situation und führen zu Ängsten und Anspannungen. Um den Kindern das Recht auf eine unbelastete Kindheit und gute Startbedingungen zu ermöglichen, bedarf es wichtiger und deutlicher Reformen. Das Thema "Chancenlose Kinder" steht auch im Mittelpunkt der bundesweiten Aktionswoche der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV), die am heutigen Freitag zu Ende geht.

Gefordert werden:

1. Grundlegende finanzielle Absicherung von Kindern

Die Vielfalt an monetären Leistungen für Kinder und ihre Familien gleicht einem Dschungel, den selbst Expert*innen nur schwer durchschauen. Viele Leistungen kommen nicht in ausreichendem Maß bei den Familien an, die diese besonders benötigen. Es fehlt an einer konsistenten Gesamtstrategie, die insbesondere die Lebensumstände gerade von Kindern und deren Familien, die überschuldet sind, realitätsgerecht in den Blick nimmt. Hier wäre an erster Stelle zu nennen eine realitätsgerechte Ermittlung und Bestimmung des Existenzminimums, das Grundlage für viele familien- und sozialpolitische Leistungen wie bspw. den Mindestunterhalt und den Regelsatz für Kinder und Jugendliche im SGB II und SGB XII ist. Finanzielle Hilfen und Regelungen müssen transparent, nachvollziehbar und öffentlich bekannt sein.

2. Finanzielle Allgemeinbildung von klein auf

In einer auf Konsum ausgerichteten Welt muss der Umgang mit Geld, Handy und Internet gelernt werden. Kinder und Jugendliche brauchen die dafür erforderliche Medien- und Finanzkompetenz. Prävention und die Vermittlung finanzieller Kompetenzen benötigen eine strukturelle Verankerung in allen Bereichen, über die Kinder, Jugendliche und Familien erreicht werden können. Sie muss in allen Lebensbereichen und für alle Bevölkerungsgruppen implementiert werden. Finanzielle Allgemeinbildung muss im Kindergarten beginnen und sich in Schule, Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit, Jugendberufsagenturen und Familienbildung fortsetzen. Geeignete Angebote zum Erwerb von Finanzkompetenz sind hier erforderlich, die unabhängig von Anbietern und objektiv das nötige Wissen vermitteln.

3. Schuldenfreiheit bei erreichen der Volljährigkeit

Zur gängigen Praxis der Jobcenter gehört es, Rückforderungsbescheide gegen jedes Mitglied der Bedarfsgemeinschaft zu erlassen. Dies trifft auch die minderjährigen Kinder der Leistungsberechtigten, welche somit häufig bereits Jahre vor Eintritt der Volljährigkeit verschuldet sind. Bei Eintritt der Volljährigkeit muss das Jobcenter bzw. der regionale Inkassoservice jedoch die Mittellosigkeit des jungen Erwachsenen nicht von Amts wegen berücksichtigen, sondern nur, wenn er bzw. sie sich darauf beruft. Oft fehlt diese Kenntnis. Weder kennen die jungen Schuldner*innen die Einrede, noch wissen sie, dass sie diese ausdrücklich geltend machen müssen. Die Praxis hat gezeigt, dass dieses Vorgehen realitätsfern ist. Daher spricht sich die AG SBV dafür aus, dass Kinder nicht erst mit Erreichen der Volljährigkeit - unter Berufung auf § 1629a BGB - schuldenfrei werden dürfen, sondern sich im Sozialrecht gar nicht verschulden können sollten.

4. Gleichklang von Sozialrecht und Zwangsvollstreckungsrecht

Patchwork-Familien benötigen zwangsvollstreckungsrechtlich den gleichen Schutz wie KernFamilien, da sie sich faktisch in ihren wirtschaftlichen Bedürfnissen nicht unterscheiden. Die Partnerkindereinstandspflicht im SGB II, die die Anrechnung des Partnereinkommens auf den Lebensunterhaltsbedarf der nicht leiblichen Kinder in der Bedarfsgemeinschaft regelt, ist abzuschaffen. Bis dahin ist die Verpflichtung zum faktischen Unterhalt aufgrund der sozialrechtlichen Einstandspflicht und der gesetzlich geschuldete Unterhalt vollstreckungsrechtlich gleichzusetzen.

5. Recht auf Schuldnerberatung für alle

In der Beratung wird oft deutlich, dass auch die Kinder negativ von der Überschuldungssituation betroffen sind. Dabei werden häufig Problemlagen in Bezug auf Kinder im Haushalt deutlich. Diese können bei Kindern je nach Altersstufe unterschiedlich sein. Die Probleme, die für die Kinder entstehen, müssen in der Beratung Beachtung finden. Hier muss bspw. über zusätzlich zu beantragende Leistungen für Kinder und über regionale Förderangebote informiert werden. Hilfreich sind Hinweise auf ärztliche Vorsorgeuntersuchungen oder zu Kooperationsprojekten mit Kitas, Schulen und Familienzentren. Um Kinder von Schuldner*innen gezielt unterstützen zu können und um zu vermeiden, dass diese unter der Überschuldung ihrer Eltern leiden, braucht es einen Rechtsanspruch auf Schuldnerberatung für alle Hilfesuchenden im SGB XII.

Unsere Schuldnerberatungen in Potsdam Mittelmark und Havelland stehen Ihnen in Zeiten mit finanziellen Sorgen jederzeit zur Verfügung. Wir sind Ihnen behilflich bei der Aufstellung der Forderungen, überprüfen gemeinsam mit Ihnen die Richtigkeit der Forderungen, zeigen Ihnen Lösungswege auf und gehen gemeinsam mit Ihnen durch diese Zeit.

Sie erreichen uns per Mail, per Telefon oder über die online Beratung.

Beratungsstelle für Überschuldete Werder
AWO Beratungsstelle für Überschuldete Potsdam Mittelmark
Eisenbahnstraße 1
14542 Werder/Havel
FAX +49 3327 5737289
fpuhyqareorenghat-jreqre@njb-cbgfqnz.qr
Beratungsstelle für Überschuldete Rathenow
AWO Beratungsstelle für Überschuldete
Friedrich-Ebert-Ring 63
14712 Rathenow
FAX +49 3385 5208225
fpuhyqare-uiy@njb-cbgfqnz.qr
Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle
AWO Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle
Babelsberger Straße 12
Büroturm West
14473 Potsdam
FAX +49 331 20076351
fpuhyqareorenghat@njb-cbgfqnz.qr

Donnerstag, 28. Mai 2020

Jobcenter muss Kindern Tablet in Corona-Krise zahlen

Jobcenter müssen Kindern Tablets in der Corona-Krise zahlen, damit sie die Hausaufgaben erledigen können. Das entschied das Landessozialgericht Essen (Beschluss vom 22.05.2020, Az. L 7 AS 719/20 B ER, L 7 AS 720/20 B). Bedürftige Kinder können sich in der Corona-Krise laut dem Gerichtsbeschluss einen internetfähigen Computer vom Jobcenter bezahlen lassen. Die Anschaffung eines Computers sei wegen der Schließung der Schulen erforderlich geworden.

Der Fall: Eine Achtklässlerin, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch bezieht, hatte ein Tablet für die Schule beantragt. Die Schulleiterin selber hatte bestätigt, dass ein solches Gerät notwendig sei, um den Hausaufgaben nachkommen zu können. Dennoch hatte das Jobcenter die Zahlung des Tablets abgelehnt und auch das Sozialgericht Gelsenkirchen verneinte  die Zahlung durch das Jobcenter. Das Kind beschwerte sich in einem weiteren Schritt und ging den Klageweg weiter. Vor der nächsten Entscheidung bekam das Mädchen ein Gerät durch eine private Spende und das Landessozialgericht wies die Klage im Übrigen ab.

Jedoch sei grundsätzlich ein Anspruch nicht ausgeschlossen, da die geltend gemachten Kosten einen nach § 21 Abs. 6 SGB II anzuerkennenden unabweisbaren, laufenden Mehrbedarf darstellten. Der Bedarf für die Anschaffung eines internetfähigen Computers zur Teilnahme an dem pandemiebedingten Schulunterricht im heimischen Umfeld sei im Regelbedarf nicht berücksichtigt. Es handele sich um einen grundsicherungsrechtlich relevanten Bedarf für Bildung und Teilhabe. Denn die Anschaffung eines internetfähigen Endgeräts sei mit der pandemiebedingten Schließung des Präsenzschulbetriebs erforderlich geworden.

Zwar dürften Lernmittel in NRW an Schulen nur eingeführt werden, wenn sie zugelassen seien, was für Personalcomputer, Laptops und Tablets derzeit nicht der Fall sei. Dies gelte allerdings nur für den konventionellen Präsenzunterricht in der Schule und nicht im Rahmen eines flächendeckenden und dauerhaften Unterrichts von Zuhause aus während der aktuellen Corona-Pandemie. Die Höhe des geltend gemachten Bedarfs sei mit etwa 150 Euro, orientiert an dem für ein internetfähiges Markentablet (10 Zoll, 16 GB RAM) ermittelten Preis i.H.v. 145 Euro sowie dem Bedarfspaket „digitales Klassenzimmer“ der Bundesregierung (150 Euro je Schüler), zu veranschlagen.”

Die Beratungsstelle für Überschuldete begrüßt das Urteil und die Empfehlung des LSG.

Lassen Sie Ihren Anspruch überprüfen, wir unterstützen Sie gerne dabei. Sie erreichen uns in Potsdam-Mittelmark und im Havelland.

Filmtipp der Woche zum Thema Schulden

 

Im Zuge der diesjährigen bundesweiten Aktionswoche der Schuldnerberatung unter dem Motto: „Chancenlose Kinder? Gutes Aufwachsen trotz Überschuldung?“, möchten wir verstärkt präsent sein und die Verbraucher mit Informationen zum ein oder anderen Thema unterstützen. Heute ein Filmtipp: Die Inkasso Falle – Geldeintreibern auf der Spur

Die 44 min lange Doku kann in der ZDF-Mediathek kostenfrei seit dem 05.05.2020 gestreamt werden. Im Film werden die Unseriosität der Geldeintreiber, die Tricks der Inkasso-Abzocker, Fantasiegebühren, erfundene Forderungen und jahrzehntelange Wucherzinsen verdeutlicht und entlarvt.

Was Verbraucherschützer und Schuldnerberatungsstellen und andere Institutionen seit Jahren beklagen, wird hier deutlich. Ein sehr empfehlenswerter Film für die Praktiker und Menschen, die in finanzielle Not geraten sind.

Sie möchten sich mit uns für Fragen zum Thema in Verbindung setzen?

Sie finden unsere Beratungsstellen und Kontaktmöglichkeiten unter dem Themenfeld „hilfreich“.

 

AWO Kitas im eingeschränkten Regelbetrieb

AWO Kitas in Potsdam

Die meisten Kita Ausschüsse haben die Umsetzungskonzepte bereits beraten. Wir freuen uns, dass wir in der Regel alle Kinder im Alter bis zur Einschulung mindestens 6 Stunden und alle Hortkinder mindestens 4 Stunden täglich betreuen können. Damit gehen wir weit über den vom Land Brandenburg vorgegebenen Mindestanspruch für die Betreuung der Kinder von 4 Stunden an einem Tag in der Woche hinaus.

Die Umsetzung erfolgt nach der organisatorischen Vorbereitung spätestens ab 02. 06. 2020. In dieser Woche sind viele Kinder bereits an einzelnen Tagen in der Kita. Die Leiter*innen der Einrichtung informieren alle Eltern oder haben dies bereits durchgeführt.

AWO Kitas im Havelland, Potsdam Mittelmark und Oberhavel

Die AWO Kitas im Havelland, Oberhavel und Potsdam Mittelmark haben eine Konzeption entwickelt, wie sie die Kinder ab dem 02. 06. 2020 aufnehmen und betreuen werden. In allen Einrichtungen sind die Gruppen im Rahmen der bestehenden Betriebserlaubnis vergrößert, so dass möglichst viele Kinder schon im eingeschränkten Regelbetrieb die Kita besuchen können.

AWO Kitas in Nauen, Premnitz, Rathenow und Glindow

Die AWO Kitas in Nauen, Premnitz, Rathenow und Glindow können bereits zum 02. 06. 2020 Kinder von berufstätigen Eltern kommen. Bis zum 08. 06. 2020 sind alle Vorschulkinder wieder zurück und spätestens ab dem 22. 06. 2020 können alle Kinder mindestens 4 Stunden an jedem Tag in der Woche anwesend sein.

AWO Kita Pusteblume in Hohen Neuendorf (Landkreis Oberhavel)

In der AWO Kita in Hohen Neuendorf wurde der Betrieb mit den Eltern vorbereitet und informiert, dass Kinder ab dem 02. 06. 2020 an festgelegten Tagen in der Woche für mindestens 4 Stunden, in der Regel 6 Stunden, in die Kita kommen können. Wichtig ist, dass immer die gleichen Kinder zusammen sind und eine Gruppe bilden.

Voraussetzung für den Kitabetrieb sind das Einhalten der hygienischen Anforderungen und die Vorgaben der bestehenden Betriebserlaubnis. Jede Kita hat für die Betreuung der Kinder im eingeschränkten Regelbetrieb ein Hygienekonzept entwickelt und sich mit weiteren Maßnahmen gut vorbereitet.
 
 

Bundesweite Informationsseiten

Das Robert-Koch-Institut gibt auf seiner Webseite täglich Informationen zur Entwicklung der Pandemie.

Informationen des RKI zum Corona-Virus
 

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt auf ihrer Seite aktuelle Informationen zum Infektionsschutz zur Verfügung.

Informationen zum Infektionsschutz
 

Informationen des Bundesgesundheitsministeriums

Zusammen gegen Corona
 
 
 

Unterstützungsangebote des AWO Bezirksverbandes Potsdam e.V.

 

Die Online-Beratung (Suchtberatung / Schuldnerberatung) des AWO Bezirksverbandes Potsdam e.V.

Online-Beratung
 

Maßnahmen und Informationen von der Beratungsstelle für Überschuldete.

Informationen von der Beratungsstelle für Überschuldete
 
 
 

Tipps für Kids

Ein paar Tipps für Kinder findet Ihr hier

Hilfeangebote und Tipps
 

Kreativwettbwerb "Fantasie in 4 Wänden"

Informationen und Ausschreibung zum Wettbewerb
 
Galerie mit den Einreichungen
 

"Tanz dich durch Corona" - Die Tanzakademie Erxleben bietet Online-Kurse an

Online-Angebote der Tanzakademie Erxleben
 
 
 

Unterstützungsangebote des Landes Brandenburg

Soforthilfeprogramm der Landesregierung für kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler im Land Brandenburg.

Sonderseite der ILB zu Unterstützungsangeboten
 
 

Chancenlose Kinder – gutes Aufwachsen trotz Überschuldung

Unter dem Motto „Chancenlose Kinder? – Gutes Aufwachsen trotz Überschuldung!“ stellt die bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung der Wohlfahrts- und Fachverbände vom 25. bis 29. Mai 2020 Kinderrechte in den Mittelpunkt. In der aktuellen Corona-Krise ist diese Thematik aktueller denn je.

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