Gewalt in Beziehungen findet zunehmend auch im digitalen Raum statt. Dies belegt die am heutigen Dienstag vom Bundeskriminalamt veröffentlichte aktuelle Dunkelfeldstudie zu Gewalterfahrungen innerhalb und außerhalb von (Ex)Partnerschaften. Digitale Gewalt sei dabei keine Randerscheinung, sondern häufig eine Erweiterung und Fortsetzung analoger Gewaltformen wie psychischer Gewalt, Stalking oder sexueller Belästigung.
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Seit dem 1. November 2025 ist die AWO BIK West vom Ministerium für Gesundheit und Soziales des Landes Brandenburg (MGS) mit dem Aufbau einer Fachberatungsstelle gegen digitalisierte Gewalt an Frauen* beauftragt. In diesem Rahmen engagiert sich die AWO BIK West dafür, betroffenen Frauen* sowie Fachkräften niedrigschwellige, spezialisierte Unterstützung, Beratung und Information anzubieten und digitale Gewalt als eigenständiges wie auch als mit häuslicher Gewalt verflochtenes Phänomen sichtbar zu machen. So fasst die Projektleiterin Vicky Kindl den Auftrag der Fachstelle in Trägerschaft des AWO Bezirksverband Potsdam e.V. zusammen.
Frauen fünf Mal so häufig betroffen Die Studie zu „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag“ zeigt, dass rund jede zehnte Person in Deutschland im Laufe ihres Lebens von digitaler Gewalt betroffen ist. Besonders alarmierend sind die Ergebnisse zur Schwere der Taten: Betroffene Frauen* empfinden digitale Gewalt deutlich angstbesetzter und schwerwiegender als Männer. Innerhalb von (Ex-)Partnerschaften ist die Inzidenz digitaler Gewalt bei Frauen* mehr als doppelt so hoch wie bei Männern. Außerhalb von Partnerschaften erleben Frauen digitale Gewaltfälle sogar nahezu fünfmal so häufig.
Digitale Gewalt äußert sich unter anderem durch Bedrohungen, Beleidigungen, das Verbreiten privater Informationen, digitale Kontrolle, Identitätsmissbrauch oder den Einsatz technischer Mittel wie Smart-Home-Geräten. Durch die hohe Reichweite und Geschwindigkeit digitaler Kommunikationskanäle können diese Übergriffe massive Auswirkungen auf den Alltag, das Sicherheitsgefühl und die psychische Gesundheit der Betroffenen haben.
Aus Sicht der AWO BIK West bestätigen die Studienergebnisse die Erfahrungen aus der langjährigen Beratungspraxis von Frauenhäusern und Beratungsstellen: Digitale Gewalt sei häufig eng mit häuslicher Gewalt verknüpft und stelle für viele Betroffene eine zusätzliche Hürde dar, Schutz zu finden und Hilfe in Anspruch zu nehmen, sagt Leiterin Kindl. Sie fordert deshalb, digitale Gewalt konsequent als Bestandteil häuslicher Gewalt anzuerkennen, bestehende Schutz- und Hilfesysteme um digitale Dimensionen zu erweitern und Beratungsangebote langfristig abzusichern.
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