Dunkelfeldstudie: Digitale Gewalt ist Teil häuslicher Gewalt
Die neue Dunkelfeldstudie zeigt: Digitale Gewalt ist ein zentraler Bestandteil häuslicher Gewalt. Die AWO BIK West ist seit November 2025 im Auftrag des MGS Brandenburg mit dem Aufbau einer Fachberatungsstelle beauftragt.
Die heute veröffentlichte Dunkelfeldstudie macht deutlich, dass Gewalt in Partnerschaften zunehmend auch im digitalen Raum stattfindet. Digitale Gewalt ist dabei keine Randerscheinung, sondern häufig eine Erweiterung und Fortsetzung analoger Gewaltformen wie psychischer Gewalt, Stalking oder sexueller Belästigung.
Die Studie zeigt, dass rund jede zehnte Person in Deutschland im Laufe ihres Lebens von digitaler Gewalt betroffen ist. Besonders alarmierend sind die Ergebnisse zur Schwere der Taten: Betroffene Frauen* empfinden digitale Gewalt deutlich angstbesetzter und schwerwiegender als Männer. Innerhalb von (Ex-)Partnerschaften ist die Inzidenz digitaler Gewalt bei Frauen* mehr als doppelt so hoch wie bei Männern. Außerhalb von Partnerschaften erleben Frauen digitale Gewaltfälle sogar nahezu fünfmal so häufig.
Digitale Gewalt äußert sich unter anderem durch Bedrohungen, Beleidigungen, das Verbreiten privater Informationen, digitale Kontrolle, Identitätsmissbrauch oder den Einsatz technischer Mittel wie Smart-Home-Geräten. Durch die hohe Reichweite und Geschwindigkeit digitaler Kommunikationskanäle können diese Übergriffe massive Auswirkungen auf den Alltag, das Sicherheitsgefühl und die psychische Gesundheit der Betroffenen haben.
Aus Sicht der AWO BIK West bestätigen die Studienergebnisse die Erfahrungen aus der langjährigen Beratungspraxis der Frauenhäuser und Beratungsstellen: Digitale Gewalt ist häufig eng mit häuslicher Gewalt verknüpft und stellt für viele Betroffene eine zusätzliche Hürde dar, Schutz zu finden und Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Seit dem 1. November 2025 ist die AWO BIK West vom Ministerium für Gesundheit und Soziales des Landes Brandenburg (MGS) mit dem Aufbau einer Fachberatungsstelle gegen digitalisierte Gewalt an Frauen* beauftragt. In diesem Rahmen engagiert sich die AWO BIK West dafür, betroffenen Frauen* sowie Fachkräften niedrigschwellige, spezialisierte Unterstützung, Beratung und Information anzubieten und digitale Gewalt als eigenständiges wie auch als mit häuslicher Gewalt verflochtenes Phänomen sichtbar zu machen.
Die AWO BIK West fordert, digitale Gewalt konsequent als Bestandteil häuslicher Gewalt anzuerkennen, bestehende Schutz- und Hilfesysteme um digitale Dimensionen zu erweitern und Beratungsangebote langfristig abzusichern.
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Ergebnisse der Dunkelfeldstudie "Lebenssituation Sicherheit und Belastung im Alltag (LeSuBiA)"