Volksinitiative „Einführung eines gebührenfreien und gesunden Mittagessens für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 im Land Brandenburg“ gestartet
Volksinitiative „Einführung eines gebührenfreien und gesunden Mittagessens für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 im Land Brandenburg“ gestartet
Mit einem gebührenfreien Mittagessen startete am heutigen Freitag die Volksinitiative „Einführung eines gebührenfreien und gesunden Mittagessens für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 im Land Brandenburg“ für mehr Chancengleichheit in der Bildung. Und manche Kinder hatten offenbar richtig Hunger im Begegnungszentrum Oskar in Potsdam-Drewitz.
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Manche Schüler*innen hatten offenbar richtig Hunger im Begegnungszentrum Oskar in Potsdam-Drewitz. Bis zu drei Mal rannten die Kinder der benachbarten Grundschule am Priesterweg nach draußen zur großen roten Feldküche und holten sich einen Nachschlag. Es gab frischen Obstsalat, gesunde Getränke und jede Menge Vollkornnudeln in Gemüse-Tomatensoße. Mit einem gemeinsamen gebührenfreien Mittagessen startete am heutigen Freitag die Volksinitiative „Einführung eines gebührenfreien und gesunden Mittagessens für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 im Land Brandenburg“ für mehr Chancengleichheit in der Bildung. Die Netzwerkpartner hatten die Klassen 5 und 6 unter dem Motto „Gerechtigkeit is(s)t besser“ zu einem Mittagessen in das Begegnungszentrum Oskar eingeladen. Wer schon fertig war mit dem gemeinsamen Essen, konnte sich bei den Spielangeboten des AWO Büro KINDER(ar)MUT die Zeit zu vertreiben. Besonders beliebt war das Glücksrad, an dem kleine Preise gewonnen werden konnten – allerdings in Verbindung mit einer kleinen sportlichen Übung.
Bereits ab dem frühen Morgen hatten sich erste Eltern in die vorbereiteten Unterschriftenlisten eingetragen, um damit die Initiative zu unterstützen. Insgesamt kamen dabei rund Unterschriften zusammen. Die Volksinitiative hat jetzt ein Jahr lang Zeit, um landesweit mindestens 20.000 gültige Unterschriften zu sammeln. Gelingt das, muss sich der Landtag damit beschäftigen. Anwaltlich begleitet wird sie durch Dr. Gregor Gysi. „Wir fordern seit langem ein gebührenfreies Schulessen für alle Kinder,“ sagte Jane Baneth, Vorständin des AWO Bezirksverband Potsdam e.V. „Chancengleichheit in der Bildung darf nicht am Mittagstisch enden. Gerade mit dem Ausbau des Ganztags in Brandenburg wird ein gesundes und gebührenfreies Schulmittagessen für alle Kinder immer wichtiger. Es ist ein wirksames Mittel gegen Kinderarmut und stärkt gleichzeitig das soziale Miteinander im Schulalltag“, sagte sie.
Netzwerkpartner sind neben der Potsdamer Arbeiterwohlfahrt und anderen Brandenburger Sozialverbänden die Parteien Die Linke und Bündnis90/Die Grünen, Gewerkschaften wie der DGB Bezirk Berlin-Brandenburg und Ver.di sowie Elternbeiräte. In den kommenden Monaten wird es immer wieder Aktionen und Unterschriftensammlungen für ein gebührenfreies Schulessen geben. Die Unterschriftenlisten können auf der gemeinsamen Webseite unter https://gerechtigkeit-isst-besser.de/gerechtigkeit-isst-besser/downloads/ heruntergeladen werden.
Hintergrund der Aktion ist die Initiative „Schule SATT“, die im vergangenen Jahr trotz über 20.000 gültiger Unterschriften nicht zugelassen wurde. Die 2024 gestartete Initiative war durch den Hauptausschuss des Brandenburger Landtags unter anderem wegen einer verkürzten Überschrift für unzulässig erklärt worden. Dabei ist das Thema aufgrund der gestiegenen Preise brisanter denn je. Und auch die Bundes-SPD in ihrem Regierungsprogramm sowie der Bürgerrat des Deutschen Bundestages empfehlen gebührenfreies Mittagessen an allen Bildungseinrichtungen.
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