Großes Interesse an Klimaanpassung im Obdach

Bewohner*innen des AWO Obdachlosenheimes beteiligten sich rege an Auswertung

Großer Gelände-Plan an einer Tafel, Frau steht davor zeigt und erklärt etwas. Weitere Personen sitzen an einem Tisch.

Bewohner*innen des AWO Obdachlosenheimes beteiligten sich rege an Auswertung

Im Sommer 2025 soll feststehen, wie das AWO Obdachlosenheim und Notaufnahme am Lerchensteig auf die steigenden Temperaturen durch den Klimawandel vorbereitet werden kann. Bis dahin wird ein Klimaanpassungskonzept für die gesamte Einrichtung und das Wohnprojekt Junge Wilde des AWO Bezirksverband Potsdam e.V. erstellt worden sein. Ein Baustein des Konzeptes des Landschaftsarchitekturbüros Steidle&Felgentreu ist eine Betroffenheitsanalyse mit den Bewohner*innen. In den vergangenen Wochen wurden die Ergebnisse der Analyse den Leitungskräften und Mitarbeiter*innen sowie den Bewohner*innen vorgestellt.

 


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Kurz gesagt: Es gingen sehr viele Vorschläge ein, wie die Anlage besser auf Hitzetage angepasst werden kann. Einige Bewohner*innen haben ein enormes Detailwissen aufgezeigt mit sehr guten technischen Kenntnissen. So fertigte ein Bewohner eine genaue Zeichnung des Geländes mit Gefälle und Beschaffenheit an.

Großen Raum nahmen die Wege von und zum Wohngebäude ein. Ein neue Wegerschließung könnte sich Anhand von bereits entstandenen und im Schatten liegenden Schleichwegen ergeben, damit sich die Bewohner*innen auch bei heißen Temperaturen draußen bewegen und aufhalten können. Ein Vorschlag war zudem, die Wege zu entsiegeln und mit wasserdurchlässigem Material auszustatten. So könnte entlang dieser Wege eine entsprechende Mischbepflanzung erfolgen, die neben Abkühlungseffekten auch die Biodiversität fördert.

Auch das Thema Nässe spielte eine größere Rolle als zunächst erwartet. Was passiert mit dem Regenwasser und wie können die nach Regenfällen regelmäßig entstehenden großen Pfützen reduziert werden? Wichtig wären aus Sicht der Bewohner*innen außerdem kleine Plätze zur Abkühlung. Hier könnten selbst bewirtschaftete Obstbäume für den benötigten Schatten an heißen Tagen sorgen. Auf große Zustimmung stieß schließlich der Vorschlag, das Dach des Obdachlosenheimes zu begrünen. Dies müsste nach Aussage des Architektenbüros aber vorher durch einen Statiker geprüft werden. Eine Terrasse vor dem Café mit Sonnenschutz würde den Aufenthalt im Freien möglich machen, eine Kräuterwiese und Hecken sollten angelegt werden. Zusätzlich will man aufgrund der Wünsche der betroffenen Bewohner*innen auch die Bushaltestelle mit einbeziehen, die ans Grundstück angrenzt.

Alle wichtigen Hinweise wurden während der Diskussion direkt in die Karte eingezeichnet und sollen jetzt in das Konzept einfließen.

Gefördert wird die Erstellung des Konzeptes über die Förderrichtlinie „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ (AnpaSo) der Gesellschaft Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG) / Bundesumweltministerium. Um soziale Einrichtungen dazu zu befähigen, vorbildhafte Klimaanpassungsmaßnahmen zu entwickeln und später umzusetzen, wird im ersten Förderschwerpunkt zunächst die Erstellung von Konzepten zur nachhaltigen Anpassung an die Klimakrise gefördert. Es geht vor allem darum, betroffene vulnerable Personengruppen wie Bewohner*innen mit psychischen & physischen Beeinträchtigung und Mitarbeiter*innen vor den Auswirkungen der Klimakrise zu schützen. Klimaanpassungskonzepte werden aktuell auch für das AWO Seniorenzentrum "Dr. Margarete Blank" in Prenzlau, die AWO Kita Turmspatzen in Potsdam und die Wohnstätte „Haus unter den Linden“ in Wittstock der AWO Betreuungsdienste gGmbH erarbeitet.

 
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