„KÜRBIS UND KLAMOTTEN“

„KÜRBIS UND KLAMOTTEN“ – EINE HERBSTAKTION IM MGH MIT LANGEM JUGENDTREFF AM 14.10.2022

„KÜRBIS UND KLAMOTTEN“

„KÜRBIS UND KLAMOTTEN“ – EINE HERBSTAKTION IM MGH MIT LANGEM JUGENDTREFF AM 14.10.2022

Bunte Blätter, herzhaftes Essen und Kürbisse gehören zum Herbst wie Schneeweißchen zu Rosenrot. Mit dem Riesengemüse hatten wir schon einen Aufhänger für unser kostenfreies saisonales Mitmach-Angebot. Und da wir Menschen mit sinkenden Temperaturen mehr Hüllen auftragen, liegt Kleidung nah, um uns für die dunkle Jahreszeit zu rüsten. Gerade den Menschen, die auf der Flucht nur das Nötigste mitnehmen konnten, fehlt es an warmen Sachen und Schuhwerk. Und daraus ergab sich das Motto des Tages: „Kürbis und Klamotten“.

Geschätzte Lesezeit: Minuten

In der Vorbereitung hat sich der Schenkraum in der Mühle Gömnigk als wahre Fundgrube erwiesen. Dort wartet gut erhaltene Kleidung auf neue Träger -  von Baby- bis Erwachsenengrößen. Das gängige Prinzip: „Bringt, was zu klein geworden ist und tauscht gegen passende Sachen“ wollten wir an einem Tag im MGH praktizieren. Schnell waren drei Buffets mit Kleidung angerichtet, so dass der Tischkicker als zusätzlicher Stand herhalten musste. Während es sich die Erwachsenen in der Sofaecke neben der Tauschbörse gemütlich machten, zog ein Dutzend Kinder und Jugendliche in den Kreativraum. Mit gezückten Schnitzmessern ging es den orangenen Panzerbeeren, gespendet vom Spargel- und Erlebnishof Klaistow, an den Kragen. An schauerlichen Ideen fehlte es den Kürbis-Künstlern nicht. Routiniert kümmerten sie sich um das Enthaupten der ältesten Nutzpflanze der Welt, die auf allen fünf Kontinenten zu Hause ist und in ihrer Artenvielfalt kaum Grenzen kennt, weder geschmacklich noch in der Gewichtsklasse. Einige Exemplare erreichen ein Gewicht von 450 Kilogramm. Kürbis lässt sich zudem kreativ verarbeiten. Gruselige Fratzen sind machbar, cremige Suppen oder das Nutzen der Samen für die nächste Ernte. Die „Innereien“ der ausgeweideten Köpfe füllten unseren größten Suppentopf.
Zusammen mit Karotten, Kartoffeln und Sahne zauberte unser Praktikant Johannes Höhnicke, Erzieher-Azubi im 3. Lehrjahr, daraus für gut 30 Gäste ein schmackhaftes Essen. Ähnlich abwechslungsreich wie der Kürbis hat uns Johannes mit seinen menschlichen wie künstlerischen Fähigkeiten in seiner MGH-Zeit unterstützt, so dass ihn unser Publikum sofort ins Herz geschlossen haben.

Herbstfrüchte wie Kastanien, Eicheln und Walnüsse haben wir im Vorfeld auch gesammelt und in unterschiedliche Behälter gefüllt. Sie sollten mit den Händen „gesehen“ und erkannt werden. Die Holzkisten durften wir von den Rangern des Naturparks Hoher Fläming leihweise nutzen, da wir in dieser Herbstwoche gleichzeitig mit der „Woche des Sehens“ über Sehbehinderungen und Augenkrankheiten informiert haben. Unsere Besucher hatten mit Simulationsbrillen verschiedene Einschränkungen nachempfinden können, von Grüner oder Grauer Star, halbseitigem Gesichtsfeldausfall, Alterssichtigkeit und Retinopathie - eine diabetische Netzhauterkrankung. Auch mit einem Duftmemory (liebevoll hergestellt von unserer Kollegin Jasmin Oldag) haben vor allem unsere jüngsten Gäste die Einschränkungen des Sehvermögens nachvollziehen können, die fester Bestandteil der Ausbildung von Gesundheits- und Krankenpflegern ist.

Mit allen Sinnen haben wir diesen „Kürbis und Klamotten“-Tag genießen können: mit Schnuppern, Fühlen, Lachen, Schlemmen, Schnitzen, Tauschen. Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Unterstützer vom Naturpark Hoher Fläming, Spargel- und Erlebnishof Klaistow sowie an die Mühle Gömnigk. Es war einfach dufte!

© 1990 - 2024 Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Potsdam e. V.
 
Mutige Mutmacher*innen gesucht!

Komm zu den mutigen Mutmacher*innen.