Magnetismus - Wie ein Kompass funktioniert

Warum Untergehen immer die richtige Antwort ist

Warum Untergehen immer die richtige Antwort ist

Kinder erschließen sich die Welt und ihre Zusammenhänge auf ihre ganz eigene Art und Weise. Dabei sind sie in ihren Denkmustern nicht so festgefahren wie wir Erwachsenen in unseren Strukturen.

Besonders tritt dieses Phänomen bei dem Themenbereich Natur und deren Wirkzusammenhängen zutage. Kinder beobachten ein Phänomen und ergründen dieses mit ihrem eigenen Weltbild. Dieser Prozess ist nicht als falsch zu betrachten, sondern wichtiger Bestandteil des Heranwachsens und der Herausbildung einer eigenen Persönlichkeit.

Darum ist forschendes Lernen und Philosophieren so wichtig, bei dem mit den Kindern auf Augenhöhe geforscht und hypothetisiert wird.

Kürzlich haben wir in diesem Zusammenhang ein Experiment zum Thema Magnetismus durchgeführt. Wir haben den Kindern, ohne ihnen das Thema zu nennen, unterschiedlichste Materialien auf einen Tisch gestellt. Magnete, eine Wasserwanne, Nägel, Holz, etc. Sodann haben wir die Kinder gefragt, was sie denn für das Thema des Experiments halten. Es kamen allerhand Ideen auf, über Werken mit Holz bis zum Thema Wasser. Recht schnell kamen wir jedoch auf das Thema Magnetismus.

Wir fragten die Kinder, was sie denn bereits über Magnete wissen. Dass Magnete an manchen Dingen haften bleiben, dass Magnete kaputt gehen können und dass Vögel Magnete nutzen, waren einige der Antworten. Sodann sind wir in den freien Forscherbetrieb gegangen. Hier konnten die Kinder die Materialien erproben und frei kombinieren. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse haben wir zusammengetragen. So haben die Kinder festgestellt, an welchen Metallteilen im Raum der Magnet haften blieb und dass Nägel an Magneten eine magnetische Nagelkette bilden können. Dass Magnete auch unter Wasser funktionieren und dass Magnete mit unterschiedlicher Form verschieden gut zusammen funktionieren.

Während des Zusammentragens strich einer der Erzieher mit einem Magneten immer wieder über eine Stricknadel. Darauf angesprochen sagte er, dass er auch ein bisschen experimentieren wolle. Er wolle schauen, ob man mithilfe eines Magneten aus einem normalen Stück Eisen auch einen Magneten machen könne.

Zur Probe hielt eines der Kinder die magnetisierte Nadel an eine andere Nadel – und siehe da, es funktionierte. Nun stand die Frage im Raum, wie das funktionieren könnte. Da das Thema Elementarmagnete nicht im greifbaren Erleben der Kinder lag, stellten die Erzieher ein vorbereitetes Schaubild zur Verfügung. Anfangs waren die Magnete darauf ungeordnet, die Kinder kamen anhand der gesammelten Erkenntnisse aber recht schnell auf die Idee, dass geordnete kleine Magnete einen großen Magneten ausmachen könnten und stellten das Schaubild dahingehend um.

Die Erzieher eröffneten den Kindern, dass wir genauso einen Kompass bauen könnten. Sie befestigten eine neu magnetisierte Nadel an einem Stück Holz. Währenddessen fragten sie die Kinder, ob sie denn schon etwas vom Erdmagnetfeld wüssten. Und das war eine überraschende Menge. Dass das Erdmagnetfeld die ganze Erde umspannt, dass es etwas mit den Polen zu tun hat und dass es sogar manchmal kippen kann. Das präparierte Stück Holz mit der Nadel wurde dann hochgehalten und gefragt, was denn geschehen würde, wenn man das Holz jetzt in die Wasserwanne legt. „Untergehen!“ war die erste Antwort. Sich drehen war auch dabei. Zum Erdmagnetfeld zeigen, war eine andere Antwort.

Das Experiment wurde gewagt und zur Überprüfung ein kleiner Taschenkompass daneben platziert. Und tatsächlich kippte das Stück Holz zuerst um, richtete sich dann aber langsam auf Nord-Süd-Achse aus und verharrte so. Selbst beim leichten Anstupsen, rotierte es zurück in diese Lage.

Anschließend wurden von den Kindern selber viele kleine Kompasse gebaut und zu Wasser gelassen. Anschließend sprachen wir nochmal in der Runde über die Beobachtungen und einige Kinder stellten Vermutungen an, was man mit Magneten sonst noch erfinden könnte.

Das Experiment war ein großer Erfolg. Wir freuen uns auf viele weitere Erkundungen der Naturphänomene mit den kleinen Forschern.


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