Mit großer Bestürzung nehmen wir die geplante Streichung des Mittagessendeckels sowie den Wegfall der sozialpädagogischen Betreuung des Frühstücksangebots zur Kenntnis.
Die Landeshauptstadt Potsdam hat zum 1. September 2023 einen verbindlichen Preisdeckel für das Schulmittagessen an städtischen Schulen eingeführt und damit den Eigenanteil der Eltern auf maximal 3,90 Euro pro Mahlzeit begrenzt. Diese Maßnahme wurde ausdrücklich mit dem Ziel beschlossen, Familien zu entlasten, soziale Teilhabe zu sichern und Kinder vor Ausgrenzung zu schützen.
Die nun geplante Rücknahme dieses Preisdeckels konterkariert diese Zielsetzung fundamental. Sie bedeutet faktisch eine erneute finanzielle Belastung für Familien – insbesondere für jene, die knapp oberhalb der Anspruchsgrenzen für Unterstützungsleistungen liegen. Gerade diese Familien geraten zunehmend unter Druck und sind von steigenden Lebenshaltungskosten besonders betroffen.
Ein gesundes, gemeinsames Mittagessen in der Schule ist kein freiwilliges Zusatzangebot, sondern ein zentraler Bestandteil von Bildung, Teilhabe und Chancengleichheit. Für viele Kinder ist es die verlässlichste warme Mahlzeit des Tages. Wer hier spart, spart auf Kosten von Kindern und verschärft Bildungsungleichheit.
Der Wegfall der sozialpädagogischen Begleitung der Frühstücksangebote verstärkt diese Entwicklung zusätzlich. Diese Angebote leisten weit mehr als reine Essensausgabe: Sie schaffen Vertrauen, ermöglichen frühzeitige Unterstützung bei Problemlagen und stabilisieren Kinder und Familien im Schulalltag. Ihre Streichung ist ein klarer Rückschritt in der Armutsprävention.
Familien brauchen Entlastung und keine zusätzlichen Hürden. Schulverpflegung ist Bildung. Armutsprävention ist eine kommunale Aufgabe und darf nicht dem Rotstift geopfert werden.