Die Analyse des Tätigkeitsfeldes von SGFK basiert auf aktuellen Dokumentationsdaten der AWO Bezirksverband Potsdam e.V. zusammen mit dem Delmenhorster Institut für Gesundheitsförderung (DIG) für den Zeitraum von einem Jahr (08.04.2024–11.04.2025).
Diese in einer praxisnahen und zugleich wissenschaftlich nutzbaren Struktur erhobenen Daten liefern erneut in Deutschland (7) umfangreiche und valide Erkenntnisse zur Bedeutung dieser Berufsgruppe im schulischen Kontext. Die Datenauswertung von 18 SGFK an 21 öffentlichen Schulen (15 Grundschulen (GS), eine kombinierte Grundschule und Oberschule (GS), 4 Oberschulen (OS), ein Oberstufenzentrum) umfasst 28.461 schülerbezogene Kontakte innerhalb dieses Jahres. Bemerkenswert ist, dass 74 % der Schüler*innen mindestens einen Kontakt mit der SGFK aufwiesen, was auf eine hohe Inanspruchnahme und Vernetzung im Schulalltag hinweist. Die durchschnittliche Kontaktdauer von 13 Minuten unterstreicht den Charakter einer niedrigschwelligen, zugleich jedoch fachlich fundierten Intervention.
Die in Abbildung 1 und 2 dargestellten Kontaktanlässe zeigen, dass akute gesundheitliche Beschwerden – insbesondere Schmerzen (wie Bauch- und Kopfschmerzen) – den größten Anteil ausmachen, gefolgt von Verletzungen und psychosozialen Problemlagen, die auch zu einem erhöhten akuten Gesprächsbedarf führen. Kontaktanlässe im Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen sind demgegenüber eher unterrepräsentiert. Besonders hervorzuheben ist, dass 999 Fälle aufgrund zusätzlicher psychosozialer Problemlagen einen erhöhten Betreuungsaufwand erforderten und daher als komplex eingestuft wurden. Diese Verteilung verdeutlicht die Breite des gesundheitlichen Unterstützungsbedarfs im schulischen Setting und unterstreicht die Rolle der SGFK als erste fachliche Anlaufstelle für Schüler*innen.
Das Interventionsspektrum der Schulgesundheitsfachkräfte umfasst eine breite Palette pflegerischer und psychosozialer Maßnahmen, wie die Dokumentation deutlich macht (vgl. Abbildung 3). Am häufigsten wurden Beratungen der Schüler*innen (12,4 %), emotionale Unterstützung (10,5 %), Kälteanwendungen (10,3 %) sowie körperliche Untersuchungen (10,2 %) durchgeführt. Zentrale pflegerische Maßnahmen wie Schmerzmanagement (8 %), versorgen mit Trinken bzw. Essen (7,3 %) und Anleitung zur Selbsthilfe (7,1 %) tragen wesentlich zur Stabilisierung im Akutfall bei. Ergänzend kommen Ausruhen, Wärmeanwendungen aber auch eine Verlaufsbeobachtung zum Einsatz. Seltener sind klassische pflegerische Tätigkeiten wie Temperatur-, Blutdruck- und Pulsmessungen, Wundversorgung sowie intensivere Gespräche bei psychosozialem Bedarf.
Bezogen auf rund 5 % der schülerbezogenen Kontakte empfahlen die SGFK in über zwei Dritteln dieser Fälle eine weitere ärztliche Behandlung, bei einem Fünftel veranlassten sie die Inanspruchnahme eines D-Arztes und bei rund jeder bzw. jedem zehnten Schülerin oder Schüler eine psychosoziale Unterstützung (Abbildung 4). Diese Vermittlungstätigkeit verdeutlicht die unmittelbare Wirkung der SGFK als zentrale Schnittstelle zum Versorgungssystem im Schulalltag und zeigt ihre Bedeutung in Deutschland erneut empirisch – basierend auf einer großen Zahl von Schüler*innen unterschiedlichen Alters und verschiedener Schulformen.
Die Relevanz dieser Tätigkeit spiegelt sich auch in der Bildungsteilhabe wider. Da im Rahmen der Kontaktanlässe dokumentiert wurde, ob eine Rückkehr in den Unterricht möglich war, lassen sich klare Effekte aufzeigen: Von rund 23.000 schülerbezogenen Kontakten konnten 85,4 % der Schüler*innen nach der Intervention wieder am Unterricht teilnehmen; lediglich 0,3 % erforderten einen Rettungstransport oder eine Klinikeinweisung (Tabelle 1). Damit wird sichtbar, wie die SGFK nicht nur gesundheitliche Versorgung sicherstellen, sondern zugleich schulische Teilhabe unterstützen.