Die gestrige Veranstaltung wurde durch Pauline Bengelsdorf (Vorständin AWO Bezirksverband Brandenburg Ost e.V.) und Angela Schweers (Vorstandsvorsitzende AWO Bezirksverband Potsdam e.V.) eröffnet.
Stille herrschte im Thalia Programmkino nach dem Abspann des Films „Ich sterbe. Kommst du?“. Peter Heyse (Netzwerkkoordinator für Pflege und Geriatrie der Stadt Frankfurt/Oder) moderierte die anschließende Podiumsdiskussion und lud auch das Publikum dazu ein, die ausgelösten Gefühle und Gedanken zum Film auszusprechen.
Der preisgekrönte „Hospizfilm“ des Regisseurs und Drehbuchautors Benjamin Kramme berührte das Publikum auf vielfältige Weise. „Eigentlich ist es kein Film über die Hospizarbeit, schon gar keine Dokumentation“, sagte Kramme in der anschließenden Podiumsdiskussion, „sondern ein Spielfilm über das Sterben, über die Sprachlosigkeit und unbewältigte Konflikte in einer Familie.“ Kramme hat selbst drei Jahre im Hospiz gearbeitet und die dargestellten Charaktere sind seinen Tagebuchaufzeichnungen aus dieser Zeit nachempfunden.
Der Film beginnt mit dem Einzug der jungen Frau und Mutter Nadine in ein Hospiz. Ihre eigene Unsicherheit mit der Situation und ihre eigenen unbewältigten Konflikte werden von Jennifer Sabel eindrucksvoll dargestellt. Ihre Familie geht in dieser für sie belastenden Situation eigene Wege: Die überforderte Mutter, die versucht alles für die Tochter zu regeln, ohne sie einzubeziehen und der sechsjährige Sohn Dexter, der seinen eigenen Weg findet, indem er beispielsweise seine Mutter zunächst nicht mehr sehen will.