Zum 1. Mai: Für eine solidarische Gesellschaft ohne Armut

Artikel vom 01.05.2020

  gleich teilhaben 

Die Corona-Pandemie macht aktuell vor dem 1. Mai nicht halt. Die Eindämmungsverordnung nämlich schließt ein generelles Demonstrationsverbot ein. Auch wenn wir heute also nicht - wie im Vorjahr - als AWO Bezirksverband Potsdam e.V. bei den Kundgebungen auf dem Potsdamer Luisenplatz oder sonst irgendwo auf den Straßen sein können, geht unser Engagement für das eine Ziel, nämlich soziale Gerechtigkeit, weiter. Dazu gehört unbedingt auch die Forderung nach einer solidarischen Gesellschaft ohne Armut, wie sie die Nationale Armutskonferenz (nak) am heutigen Tag der Arbeit erneut stellt.

Arbeit ist wichtig
nak-Sprecher Gerwin Stöcken erklärt: "Untersuchungen zeigen immer wieder, wie wichtig Arbeit für die meisten Menschen ist. Gesellschaftliche Teilhabe in unserer Gesellschaft muss daher bedeuten, Zugang zu guter und existenzsichernder Erwerbsarbeit zu haben, verlässliche soziale Sicherheit bei Arbeitslosigkeit zu erfahren und eine fördernde und unterstützende Arbeitsmarktpolitik vorzufinden, die immer wieder Brücken baut."]

Mit diesem Anspruch auf Teilhabe und einen solidarischen Sozialstaat betrachte man die Gesellschaft, erlebe jedoch eine andere Realität, so Stöcken: Der Anteil prekärer Beschäftigungsverhältnisse bleibt hoch. Neun Millionen Menschen arbeiten zu Niedriglöhnen, über eine Million Menschen müssen ihren Lohn mit Hartz-IV-Leistungen aufstocken.  Besonders bitter sei die Situation der Millionen Beschäftigten in den systemrelevanten Berufen, die verlässlich und verantwortungsvoll für andere Menschen da sind und die Gesellschaft nicht nur während der Corona-Pandemie zusammenhalten. Diese systemrelevanten Berufe in den Branchen Gesundheit, Pflege, und Einzelhandel vereint, dass sie mehrheitlich schlecht bezahlt und unter schwierigen Bedingungen ausgeübt werden.
Unsere Solidarität bleibt!
Die Nationalen Armutskonferenz, in der auch die Arbeiterwohlfahrt vertreten ist,  tritt  gemeinsam für eine andere Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik ein – für höhere Mindestlöhne und Regelbedarfe, für eine Stärkung der Tarifbindung, für Investitionen in die öffentliche und soziale Infrastruktur und für einen wirksamen Ausgleich zwischen Arm und Reich. Die Pandemie ist noch nicht vorbei, aber unsere Solidarität bleibt!


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