Veröffentlicht am 30.11.2020
Mit Herz und Hand Nr. 41
Für Bildung hat die Politik nicht viel übrig. Anders lassen sich die monatlichen 55 Cent, die im Hartz IV-Regelbedarfssatz der Sechs- bis 14-Jährigen für Bildungswesen vorgesehen sind, nicht deuten. Auch in anderen Bereichen werden Kinder und Jugendliche, die mit einer Grundsicherung von bisher 308 bzw. 328 Euro (Stand: 2020) im Monat auskommen müssen, sehr kurz gehalten.
Die Regelsätze entsprechen bei weitem nicht dem tatsächlichen Bedarf von Heranwachsenden und stehen dem Kinderrecht auf Chancengleichheit deutlich entgegen. Armut ist System.
Die frühere Sozialhilfe unterstützte staatlich organisiert und proaktiv Menschen in besonderen schwierigen Lebenslagen. Und in diese Lagen kann jeder geraten: Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennung oder Tod des Partners. Mit der Umstellung auf die Grundsicherung, kurz Hartz IV genannt, wurde ein System der Armut geschaffen und verfestigt, in dem auch viele Kinder gefangen sind. Kinderarmut ist somit systemrelevant geworden.
Die Auswirkungen der neuen Regelsätze für Kinder ist eines der Themen in unsere neuen Ausgabe der Herz & Hand.
Das Jahr 2020 geht zu Ende und damit ein Jahr des Abstandes, der Vorsicht, aber auch der Solidarität und der Unterstützung füreinander. Wir alle sehnen uns nach Normalität und Zuversicht, die viele von uns für einen gefühlten Moment in den Sommermonaten erleben konnten. Jetzt dominiert die Pandemie wieder die Schlagzeilen und der Blick auf die Zahlen, die Sorge um die eigene Gesundheit und die der Angehörigen überlagert den Alltag.
Kontaktminimierung und abgesagte Feiern betreffen auch uns als Sozialverband. Veranstaltungen müssen ausfallen, kulturelle Aktivitäten können nicht stattfinden, die Situation an Kitas und Schulen ist angespannt – für die Lehrer*innen und natürlich die Kinder und Jugendlichen. Umso stolzer sind wir, dass wir trotz der widrigen Bedingungen zahlreiche Projekte umsetzen konnten, die den Corona-Alltag vielleicht ein wenig aufhellen und verbessern. Darüber wollen wir Ihnen gern berichten.
So feierten wir in den vergangenen Monaten zahlreiche Jubiläen. Neben dem 30. Gründungstag unseres Verbandes – es gab viele bunte Torten - war dies auch das 20. Jubiläum der Ambulanten Wohn- und Eingliederungshilfe. Auch wenn die Veranstaltungen kleiner ausfielen als eigentlich geplant, waren es doch schöne Momente der Erinnerung. Wir freuen uns auf weitere spannende Projekte und Jahre.
Dass es oft die kleinen Dinge sind, die das Leben lebenswert machen, zeigte auch der Besuch der Künstlerin Bettina Schmitz in den AWO Seniorenzentren „Wachtelwinkel“ und „Am Schwalbenberg“ in Werder (Havel). Sie hatte kleine, bemalte Steine im Gepäck und schenkte damit den Bewohnern viel Freude. Die Kunstwerke mit den schönen Verzierungen und Bemalungen wurden überall in den Häusern versteckt. Die Finder können sie behalten, verschenken oder wieder für den nächsten glücklichen Finder verstecken.
Um Farben, Formen und Kunst ging es auch im Hort „Rasselbande“. Endlich wurde die Fassade der grauen Module farblich gestaltet. Die Ideen dazu stammen von den Kindern selbst, nun hat eine Firma diese professionell umgesetzt. Die Kinder und Erzieher sind begeistert. Auch wenn nicht groß gefeiert werden konnte, passt das farbenfrohe Äußere nun auch zum bunten Leben im Hort. Wir sagen Danke für die Förderung durch die „Aktion Mensch“ und wünschen den Kindern viel Spaß.
Download
Ausgabe lesen
Spadok – Kulturerbe
Ukrainische Kulturtage 2026 in der AWO Alten Druckerei
Zwei Tage voller Kunst, Kultur, Begegnung und Austausch: Unter dem Motto „Spadok – Kulturerbe“ fanden am vergangenen Wochenende in der AWO Alten Druckerei zum zweiten Mal die Ukrainischen Kulturtage in Potsdam statt – initiiert vom AWO Bezirksverband Potsdam e.V. Hunderte Besucher*innen folgten der Einladung und erlebten ein vielfältiges Programm, das ukrainische Kultur in ihren unterschiedlichsten Facetten sichtbar und erlebbar machte. Wie in einer U-Bahn reihten sich die verschiedenen Kunst- und Kulturformen aneinander und führten die Gäste auf eine besondere Stationenwanderung durch die Alte Druckerei und den angrenzenden Garten. An den einzelnen Stationen warteten Kunstworkshops, Tanz, Theater, Musik, Film, Literatur, Fotografie, Video und Kulinarik. Dabei ging es nicht allein darum, ukrainisches Kulturerbe zu präsentieren. Die Kulturtage boten vor allem Raum für Begegnung, gemeinsames Erleben und Austausch. Menschen unterschiedlicher Herkunft kamen miteinander ins Gespräch, entdeckten neue Perspektiven, teilten besondere kulturelle Momente und machten damit deutlich: Kultur verbindet. Die Ukrainischen Kulturtage 2026 in Potsdam haben genau dafür einen besonderen Ort geschaffen – offen, vielfältig und voller Leben. „Spadok – Kulturerbe“ wurde so nicht nur zum Motto der Veranstaltung, sondern zu einer Einladung, kulturelles Erbe gemeinsam zu entdecken, weiterzutragen und miteinander zu teilen.