„Falsches Signal zum falschen Zeitpunkt“

Offener Brief von Achse e.V. zum Erhalt der Schulgesundheitsfachkräfte

„Falsches Signal zum falschen Zeitpunkt“

Offener Brief von Achse e.V. zum Erhalt der Schulgesundheitsfachkräfte

Das Land Brandenburg macht mit dem geplanten Aus für den Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften nach Ansicht des Vereins Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (Achse e.V.) einen großen Fehler. Im Rahmen des seit fast fünf Jahren laufenden Einsatzes der „Schulkrankenschwestern“ an 27 Modellschulen seien Strukturen aufgebaut, Pflegefachkräfte fort- und weitergebildet und eingearbeitet worden, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Offenen Brief an Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne), Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), die anderen Minister*innen und die Landtagsfraktionen.

Bisherige wissenschaftliche Erhebungen hätten allesamt gezeigt, dass das konsequente Einsetzen einer Schulgesundheitsfachkraft an Schulen sich bewährt. Im Koalitionsvertrag sei zudem festgehalten worden, das gemeinsame Lernen auszubauen, Barrieren abzubauen und eine gleichberechtigte Teilhabe für Menschen mit Behinderungen zu gewährleisten. „Wie sich daraus der Entschluss ableitet, das Modellprojekt nicht zu verstetigen, können wir nicht nachvollziehen. Dies ist ein falsches Signal zum falschen Zeitpunkt.“

Insbesondere in einer Pandemie gehörten Kinder und Jugendliche mit chronischen seltenen Erkrankungen zu der sogenannten „vulnerablen" Gruppe. Sie könnten aufgrund ihres Alters und/oder ihrer Grunderkrankungen häufig nicht geimpft werden oder keinen vollen Impfschutz aufbauen. Ohne spezifische Konzepte schließe man sie de facto von der Teilnahme am Präsenzunterricht aus. Die negativen Folgen seien hinlänglich von Expert*innen beschrieben worden.

Außerdem seien im Rahmen des vom AWO Bezirksverband Potsdam e.V. vor mehr als 10 Jahren initiierten Modellprojekt unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten erarbeitet worden. Es müsse nun zeitnah geprüft werden, welche dieser Optionen für eine nachhaltige Sicherung des Einsatzes von Schulgesundheitsfachkräften geeignet sei. „Liebe Frau Ministerin, wir fordern Sie eindringlich auf: Schaffen Sie die Rahmenbedingungen für unsere Zukunft, verstetigen Sie die bestehenden Schulgesundheitsfachkräfte mit einer gesetzlichen Verankerung und einer Weiterfinanzierung, wie im Bundesland Hessen“, schrieb Achse e.V.

Der AWO Bezirksverband Potsdam begrüßt den Aufruf der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen. Schulgesundheitsfachkräfte machen die Schulen sicherer und ermöglichen es der Lehrerschaft, ihren Aufgaben in Pandemiezeiten nachzukommen. Und sie verbessern nachweislich die Gesundheit und die Bildungschancen der Kinder.

Was hilft, muss verstetigt werden!

Offener Brief
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