Hinschauen und handeln

Der AWO Bezirksverband Potsdam e.V. fordert schnelle Maßnahmen gegen die zunehmende Armut

Hinschauen und handeln

Der AWO Bezirksverband Potsdam e.V. fordert schnelle Maßnahmen gegen die zunehmende Armut

Am gestrigen Donnerstag berichtete die Welthungerhilfe, dass weltweit 10 Prozent der Menschen hungern. Täglich sterben dem Welthunger-Index 2021 zufolge rund 15.000 Kinder an Hunger. Die Corona-Pandemie verschärft die ohnehin dramatische Situation noch weiter. Auch in Deutschland ist die Lage bedrohlich.

In einem der reichsten Länder hungern Menschen, wie wir durch unsere tägliche Arbeit wissen. Das soziale Netz wird durchlässiger, viele Menschen, Familien mit Kindern, rutschen durch und leiden unter Armut. Besonders dramatisch: 15 Prozent der Kinder sind von Armut bedroht, also fast jedes Sechste.

Derzeit sondieren die Koalitionspartner in Berlin über die Möglichkeiten für die Bildung einer neuen Bundesregierung nach der Bundestagswahl. Diese muss zeitnah für finanzielle Entlastung sorgen. Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass es ausreicht, die Sätze für den Regelbedarf (Hartz IV) wie zuletzt beschlossen um drei Euro anzuheben. Diese Erhöhung ist beschämend und deckt nicht im Mindesten die zusätzlichen Kosten für steigende Energiepreise bei Strom und Gas oder Lebensmittel. Besonders betroffen von dieser Entwicklung sind die Kinder. Sie können an ihrer familiären Situation nichts ändern, sie können keinen Job annehmen und auch keine Überstunden machen.

Chancengleichheit bedeutet, dass niemand zurückgelassen wird und dass Kinder und Jugendliche die gleichen Chancen für einen guten Start ins Leben haben - unabhängig von ihrer sozialen, ökonomischen und kulturell-ethnischen Herkunft.

An diesem Sonntag ist der Internationale Tag für die Beseitigung von Armut. Im Programm „1plus9“ – ein Ziel, neun Forderungen für eine sozial gerechte Gesellschaft fordert der AWO Bezirksverband Potsdam e.V. unter anderem die Überwindung von Armut. Wir fordern den Ausbau von kleinteiligen Sozialraumstrukturen, kostenloses Essen in Kitas und Schulen, die Einführung der Kindergrundsicherung, eine stärkere Subventionierung von Kultur- und Freizeitangeboten sowie die Sicherstellung einer auskömmlichen Rente.

Armut kann überwunden werden, man muss es nur wollen.

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