„Watt`n Quatsch – Was für eine Desinformation!“

Schulgesundheitsfachkräfte vor dem Aus? Wir kämpfen weiter!

„Watt`n Quatsch – Was für eine Desinformation!“

Schulgesundheitsfachkräfte vor dem Aus? Wir kämpfen weiter!

Trotz der Entscheidung der Brandenburger Landesregierung, die erfolgreiche Arbeit der Schulgesundheitsfachkräfte auslaufen zu lassen, wird der AWO Bezirksverband Potsdam e.V. weiter um eine Verstetigung kämpfen. Zugleich kritisierte AWO-Vorstandsvorsitzende Angela Schweers die Begründung der Ablehnung. CDU-Fraktionschef Jan Redmann hatte am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz zum finalen Haushaltsplan argumentiert, dass alle Schüler*innen eine Schulgesundheitsfachkraft bräuchten und dies dann rund 28 Millionen Euro im Jahr kosten würde. Dies sei aber nicht zu finanzieren.

„Watt‘n Quatsch. Was für eine Desinformation!“, sagte Schweers. „Wenn man einen Luftballon so lange aufbläst bis er platzt, will man ihn nicht steigen lassen.“ In den unzähligen Gesprächsrunden mit den Projektpartnern – unter anderem dem Brandenburger Gesundheits- und dem Bildungsministerium – sei es immer nur darum gegangenen, zunächst die bestehenden Stellen an den 27 Modellschulen zu erhalten und zu sichern für jährlich 800,0 T€. Ob und wie eine Erweiterung erfolgen könne, sei nicht besprochen worden.

Das seit mehreren Jahren laufende Modellprojekt wird nun wohl zum Jahreswechsel auslaufen. Obwohl die umfassenden Evaluationen die positiven Effekte für die Gesundheit und die Bildungschancen wissenschaftlich belegt haben, kann sich die Brandenburger Koalition offensichtlich nicht dazu durchringen, die 18 Fachkräfte dauerhaft einzustellen. Viele andere Bundesländer, darunter Hessen, Berlin, Bremen, Hamburg, und Rheinland-Pfalz haben mittlerweile nach dem Brandenburger Vorbild eigene Projekte gestartet oder bereiten diese vor. Immerhin die Stadt Erkner finanziert ab 2022 auf eigene Faust eine Schulgesundheitsfachkraft.

Und das Land Brandenburg steigt aus? Es geht nicht um einen Millionenbetrag, sondern um rund 800.000 Euro für das Jahr 2022. Damit könnten die gewachsenen Strukturen aufrechterhalten, die Kinder und Jugendlichen gesundheitlich versorgt, ihre Gesundheitskompetenz gestärkt und die Bildungschancen verbessert werden.

„Unser Partnerland Hessen in der Modellphase hat seine Schulgesundheitsfachkräfte schon längst verstetigt. Jan Redmann sollte mal bei seinem Parteifreund und Ministerpräsidenten Volker Bouffier anrufen und sich informieren“, so Schweers. Bouffier habe es verstanden, die Brandenburger Koalitionsfraktionen CDU, Grüne und SPD offensichtlich nicht.

 

MAZ-Artikel vom 29.10.2021
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