Zu wenig und sehr spät

Neue Corona-Hilfen gleichen Mehrbelastung für ärmere Familien nicht aus
Artikel vom 04.02.2021

Zu wenig und sehr spät

Neue Corona-Hilfen gleichen Mehrbelastung für ärmere Familien nicht aus

Es ist gut, dass die Politik auf Bundesebene die Familien und arme Menschen jetzt offenbar verstärkt in den Blick nimmt. Es ist gut, dass der Koalitionsausschuss am Mittwochabend neue Corona-Hilfen auf den Weg gebracht hat. Sie reichen aber bei weitem nicht aus, um die durch die Pandemie entstandenen Belastungen auszugleichen.

Die Arbeiterwohlfahrt und andere Wohlfahrtsverbände hatten zuletzt mindestens 600 Euro gefordert, um die höheren Kosten für Masken oder den Distanzunterricht auszugleichen. So haben viele Kinder aus armen Familien immer noch keine Möglichkeit, am Distanzunterricht teilzunehmen, da sie beispielsweise keine Laptops haben. Unser Büro KINDER(ar)MUT hatte zuletzt zu entsprechenden Sachspenden aufgerufen. „Alle Kinder müssen die Möglichkeit haben, am Unterricht teilzunehmen. Das ist das Mindeste, um Kinderarmut zu verhindern und Chancengleichheit zu gewährleiten. Und das darf nicht am Geld scheitern“, sagte die Vorstandsvorsitzende des AWO Bezirksverbandes Potsdam, Angela Schweers.

Der Koalitionsausschuss hatte am Mittwochabend weitere Hilfen in der Corona-Krise beschlossen. So sollen Bezieher einer Grundsicherung demnach einen einmaligen Zuschuss von 150 Euro erhalten. Familien sollen außerdem wie im vergangenen Jahr einen Kinderbonus von 150 Euro erhalten. Im Vorjahr hatte es 300 Euro gegeben. Dann hätten die armen Menschen in den 11 Monaten der Pandemie nun 450 € als Ausgleich erhalten, also rund 40 € monatlich. Jeder weiß, dass die Mehrbelastungen für uns alle ungleich höher waren und sind. Woher sollen diese Menschen das nehmen?

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