Hohe Temperaturen in den Zimmern im Sommer und zu wenig Grün. Im vergangenen Jahr wurde für das AWO Obdachlosenheim und Notaufnahme ein umfassendes Konzept erstellt, wie die Einrichtung an ein verändertes Klima angepasst werden kann. Jetzt erhielt der AWO Bezirksverband Potsdam e.V. dafür den 15. Klimapreis der Stadt Potsdam.
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Am gestrigen Donnerstag wurde der Wohlfahrtsverband im Filmmuseum Potsdam in der Kategorie „Bürgerschaftlich engagiert“ ausgezeichnet. Der Preis ist mit 1000 Euro, einer hübschen Tonstatue und einigen Pflanzen dotiert. „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung“, sagte Lutz Reich, Klimaanpassungsbeauftragter der Potsdamer Arbeiterwohlfahrt, der gemeinsam mit Einrichtungsleiter David Weidling den Preis von Potsdams Baubeigeordneten Bernd Rubelt entgegennahm. Das Geld soll jetzt für erste Maßnahmen genutzt werden. Die Festrede im Rahmen des Filmfestivals Green Visions hielt die ehemalige niedersächsische Umweltministerin Monika Griefahn.
Schwerpunkt des Klimaanpassungsprojektes im Obdachlosenheim waren sogenannte grüne Maßnahmen wie beispielsweise schattenspendende Bepflanzungen, das Anlegen von (Obst)-Gärten oder der Rückhalt und die Nutzung von Regenwasser. Außerdem wurden Möglichkeiten entwickelt, wie die Gebäude für die obdachlosen Menschen auf dem großen Grundstück am Lerchensteig im Sommer in der prallen Sonne weniger stark aufheizen. Es fehlen Verschattungen, die die Menschen vor UV-Strahlen schützen. In den Zimmern steigen die Temperaturen an heißen Tagen auf 30 Grad Celsius. Besonders warm wird es vor allem in der Cafeteria. Die Folge: Die Bewohner*innen sind geschwächt, reagieren mit Abgeschlagenheit und ziehen sich zurück. Mitarbeiter*innen finden schwerer Zugang, motivierende oder deeskalierend wirkende Methoden im "Grünen" finden kaum statt. Ein Baustein des Konzeptes des Landschaftsarchitekturbüros Steidle&Felgentreu war deshalb auch eine Betroffenheitsanalyse mit intensiver Beteiligung der Bewohner*innen.
Möglich wurde das Konzept durch die Förderrichtlinie „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Damit sollen soziale Einrichtungen dabei unterstützt werden, sich auf die Folgen der Klimakrise vorzubereiten und sich an diese anzupassen. Der AWO Bezirksverband Potsdam e.V. und seine Tochtergesellschaften hatten im Rahmen dieser Förderrichtlinie 2024 mehrere Zuwendungsbescheide für die Erstellung von modellhaften Klimaanpassungskonzepten erhalten. Jetzt geht es darum, diese Konzepte auch umzusetzen. Weitere Klimaanpassungskonzepte wurden auch für das AWO Seniorenzentrum "Dr. Margarete Blank" in Prenzlau, die AWO Kita Turmspatzen in Potsdam und die Wohnstätte „Haus unter den Linden“ in Wittstock der AWO Betreuungsdienste gGmbH erarbeitet. Auch hier unterstützten die Landschafts- und Städtebauarchitekten von Steidle&Felgentreu sowie Coqui Malachowska Coqui. Die Pläne können außerdem als Vorlage für andere Einrichtungen dienen und sind auf der Webseite des Klimaanpassungsbeauftragten hinterlegt.
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