Dies ist kein Schloss

„Ceci n’est pas un château“, sondern ein offenes Haus

Dies ist kein Schloss

Fahrt zum Landtag Brandenburg

„Ceci n’est pas un château“, sondern ein offenes Haus

Für Langschläfer war die Abfahrt um 9.50 Uhr ab Bahnhof Brück in Richtung Regierungsgebäude in Potsdam reichlich früh. Umso bemerkenswerter haben 4 Kinder und Jugendliche das Opfer in den Herbstferien gebracht und unsere Reisegruppe am 2.11.2023 bereichert. Mit dem Ausflug sind wir zu zehnt der Einladung von Marlen Block (DIE LINKE) gefolgt und haben eine Führung erlebt.

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Bevor es in den Plenarsaal ging, durften wir den Blick von der Terrasse auf das Stadtzentrum genießen. „Das ist nur während einer Führung möglich, aber nicht im Winter“, erklärte Elvira Schmidt die Gepflogenheiten. Ansonsten sei der Landtag für jedermann und –frau offen, so dass ohne Anmeldung die laufenden Ausstellungen in den Fluren zugänglich sind. Aktuell sind auf Fotos Bräuche aus der Lausitz zu sehen. Abgebildet sind Sorben, ein westslawisches Volk und nationale Minderheit, mit ihren Trachten und Tänzen. Daraufhin kamen wir auf Minderheiten zu sprechen.  

„Was ist eine Minderheit“, wollte Mohadesha wissen. Im Austausch erfuhren wir, dass es solche kulturellen Gruppen auch in ihrer Heimat Afghanistan gebe. So habe Romina dort ein Ethnologie Studium in Richtung Paschtunen belegt, als sie noch am öffentlichen Leben teilhaben durften. Dass im brandenburgischen Parlament ein Drittel Frauen mitregieren, beeindruckte die afghanischen Frauen und inspirierte die ganze Reisegruppe:

Was würdest du tun, wenn Du König/Königin von Deutschland wärst? Der 12-jährige Lucian würde den Führerschein für sich und seine Altersgenossen erlauben, Luna möchte in den Bundesländern für mehr Gerechtigkeit sorgen – etwa, dass überall Chancengleichheit herrscht, vom Kita-Personalschlüssel bis zum Bildungsabschluss, der überall anerkannt wird. Sonya wünscht sich bessere Verständigung. „Ich möchte nicht drei Jahre auf einen Sprachkurs warten. Beim Putzen zuhause lerne ich kein Deutsch“, gibt die 32-Jährige bedauernd zu verstehen. Für Narges stehen Kinder und Frauen in Kriegsgebieten im Fokus. Sie möchte ihnen einen sicheren Ort und Zugang zu Bildung verschaffen.

In reger Diskussion vertieft verging die Zeit in Plenarsaal und Seminarraum wie im Flug. Uns hat es an nichts gefehlt, wir haben unser Picknick geteilt, über den Tellerrand geschaut, miteinander gelacht und viel von und miteinander gelernt.

 

 
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