Bogen, Bienen, Eier & Eis

Highlights aus dem ersten Halbjahr 2026

Highlights aus dem ersten Halbjahr 2026

Mit Pfeil und Bogen zum Internationalen Frauentag

„Wut trifft Feminismus“ – hieß der Slogan in diesem Jahr anlässlich der 36. Brandenburgischen Frauenwochen. Da lag es nah, den 8. März im AWO-Mehrgenerationenhaus für Amazonen mit Pfeil und Bogen auszurichten. Neunzehn Frauen aus vier Nationen hatten sich dort bereits einen Langbogen gebaut und freuen sich über jede Gelegenheit, zum Schuss zu kommen.

Solidarisch wurden Pfeile und Langbögen geteilt, so dass sich alle als Schützinnen ausprobieren konnten. „Ich habe so viel Spaß heute“, sagte Romina und stellte sich für ein Foto in Pose, dass Inna von ihr aufnehmen sollte. Kichernd wechselten Ukrainerin und Afghanin die Rollen und strahlten dabei so hell wie die Sonne an dem Tag.

Erstmals brachte sich die vierfache Mutter Sonya an der Linie in Stellung und nahm die Zielscheibe ins Visier.


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Dass zeitgleich Frauen in ihrer Heimat weder Schwimmen noch Radfahren dürfen und schutzlos Gewalt ausgeliefert sind, machte alle wütend. Femizide, die vorsätzliche Tötung einer Frau oder eines Mädchens aufgrund ihres Geschlechts, oft durch (Ex-)Partner, sind auch in Deutschland keine Seltenheit. Statistisch gesehen wird fast jeden dritten Tag eine Frau getötet. Die Motive basieren meist auf patriarchalen Strukturen, Besitzdenken oder dem Verlust der Kontrolle durch den Täter, wie die Universität Tübingen inzwischen kriminologisch eingeordnet hat: Femizide sind tief in alten gesellschaftlichen Machtstrukturen verwurzelt.

Das Bogenschießen ist noch älter. Funde von Pfeilspitzen aus Feuerstein reichen bis 50.000 zurück. Damals jagten Frauen und Männer der Nomadenstämme nördlich und östlich des Mittelmeeres ebenbürtig zu Pferd mit Pfeil und Bogen, was DNA-Tests heute eindeutig belegen, wie im schwedischen Birka. Dort wurde eine Ruhestätte unter 1000 Gräbern einem hochrangigen Krieger/Heerführer zugeschrieben, der in aufwändiger Tracht neben zwei Pferden bestattet wurde. DNA-Untersuchungen sorgten nun für eine Sensation, da sie beweisen: es handelt sich um eine Frau. Das Ergebnis stellt den ersten wissenschaftlich gesicherten Beleg dar, dass Frauen gleichberechtigt waren.

Im 19. und 20. Jahrhundert war der Bogensport dann sogar bei Olympia angekommen und auch dort wegweisend: 1904 war der Bogensport die einzige Sportart, bei der auch Frauen teilnehmen durften. Da beim Bogensport Präzision und Technik wichtiger sind als reine Kraft, gibt es kaum Leistungsunterschiede zwischen Frauen und Männern.

Gesellschaftlich ist die Geschlechter-Ungleichheit im System verankert. Laut Statistisches Bundesamt leisten Frauen wöchentlich rund 9 Stunden mehr unbezahlte Arbeit als Männer. Auch die psychische Last, die gesamte Familienorganisation, Arzttermine, Einkaufslisten und Haushaltsabläufe ständig im Kopf zu haben, lastet nachweislich stärker auf Frauen als auf Männer. Einen traurigen Rekord meldet das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“. Das Beratungsaufkommen ist im Vergleich zum Vorjahr um 14 % gestiegen, was 190 Beratungen an einem Tag entspricht. Angesichts dieser Entwicklung würde sich die Kriegerin von Birka vermutlich mit Gebrüll im Grab umdrehen.

Trotz aller widrigen Umstände feierten die Bogenschützinnen ihren Tag, ihre Gemeinschaft auf dem MGH-Gelände, der auch wertvolle Zeit zum Austausch bot, als Volltreffer.

Ihre | Eure Yvette (Familienzentrum im MGH)

 

Von Bienen und Blumen

Kurz bevor die Pflanzentauschbörse losging, schwärmten die Bienen aus einem Bienenstock bei uns im Kräutergarten aus und das tiefe Summen und Brausen zeigte ganz klar: es ist Frühling, der Winter ist vorbei - die Garten- und Balkon - Zeit ist da!

Bereits zum fünften Mal fand unsere Pflanzen– und Saatgut Tauschbörse dieses Jahr am 30. April 2026 statt. Es wurden dieses Jahr vor allem viele winterharte Stauden, diverse Kräuter, vorgezogene Gemüsepflanzen und Zimmerpflanzen gebracht. Außerdem wurden auch reichlich schicke Übertöpfe für Zimmerpflanzen gebracht. So konnten wir gemeinsam mit einigen Jugendlichen direkt einige Pflanzen zum Mitnehmen eintopfen.

Der selbstgebackene Kuchen und Tee und Kaffee wurden auch gern angenommen, sodass eine gemütliche Verweilrunde neben dem Aussuchen von Pflanzen und Saatgut entstand: Einige Kinder malten Bilder mit Bienenblumenwiesen aus, andere stöberten in den Büchern und Infomaterialien, andere regten ihre Sinne beim pflanzlichen Duftmemory an.

Mich macht es richtig glücklich, wenn so verschiedene Menschen unterschiedlichen Alters zusammenkommen, die eine gemeinsame Leidenschaft teilen und dadurch direkt in den Erfahrungsaustausch kommen. Kein Small Talk, sondern Fachsimpeln über Generationen hinweg. Auch die Irritationen neuer Besucher*innen zu erleben, die Fragen „Wieviel kostet die Pflanze?“ und ein „Gar nix“ als Antwort bekommen: „Alle Pflanzen hier haben Menschen gebracht, die gerade zu viel davon haben und gerne etwas abgeben damit sich die Pflanzen woanders weiterverbreiten können.“ Hier darf jeder Mensch teilhaben ohne eine direkte Gegenleistung zu erbringen!

Das Tolle ist immer wieder, dass am Ende alles aufgeht und alle Pflanzen ein neues Zuhause gefunden haben! „Oh jetzt fühl ich mich wieder so wie bei einer riesigen Bescherung als kleines Kind“ strahlt eine Besucherin aus Belzig, die vollbepackt ihre grünen Schätze davonträgt.

Schenken und Beschenkt werden macht einfach glücklich. Und die Bienen freuen sich sicherlich auch alle neuen Blütenstandorte zu entdecken!

Ihre | Eure Jasmin (Sozialpädagogin im MGH)

 

Kreatives Mit-EI-nander

Mein persönliches Highlight im 1. Halbjahr 2026 war unser kreatives Ostereiergestalten in den Ferien. Am 30. April fand nun zum dritten Mal das Gestalten nach sorbischer Art statt und es war wieder ein bunter, lebendiger Nachmittag voller Begegnungen, Lachen und guter Laune.

Unsere Ehrenamtliche Margot Lux hat gemeinsam mit meinem Kollegen Enrico Schulze die ca. 20 Teilnehmenden beim Gestalten der Ostereier nach sorbischer Art angeleitet. Während Margot die kreativen Künstler*innen unterstützte, stand ich mit der sechsjährigen Domenica in der Küche. Denn aus den ausgepusteten Eiern haben wir im Sinne der Nachhaltigkeit gleich Eierkuchen gemacht und für das leibliche Wohl gesorgt.

Sie hat die Eierkuchen aus den ausgepusteten Eiern souverän selbst zubereitet, während ich eher assistierend zur Seite stand – Teig halten, Pfannen reichen, aufpassen, dass nichts anbrennt. Es war beeindruckend, wie routiniert und mit welcher Freude sie alles gemacht hat und mir nebenbei von ihrem Kita-Tag erzählt hat und dass sie sich schon sehr auf die Schule freut.

Für zusätzliche Freude sorgten einige Jugendliche und ehemalige Jugendliche mit ihrem spontanen Besuch im Haus. Besonders Jozsef sorgte für Schmunzeln, als er seine Eierkuchen mit einer beeindruckenden Wurftechnik durch die Luft manövrierte – zumindest ist der Pfannenkuchen wieder in der Pfanne gelandet – nur nicht gewendet.

Alles in allem war es wieder ein wunderbarer, generationsübergreifender Nachmittag: bunt, fröhlich und voller Austausch. Ich freue mich schon sehr auf das nächste Jahr – und habe mich auch gleich wieder mit Domenica zum Eierkuchen backen verabredet.

Ihre | Eure Antje (Teamleitung)

 

5 vor 12 statt 15Uhr

Genau so startete unser großes Eisspektakel „Eis mit Früchten | Eis mit Streuseln | Eis mit Eis“ zum Kindertag am 01. Juni. Beworben ab dem Nachmittag, überraschte uns bereits zur Mittagsstunde die erste Gruppe von mehr als zehn Jugendlichen in unserem MGH.

Idealerweise ließ das selbstgelenkte Eisshuttle nicht lange auf sich warten – und so konnte die Gruppe mit den ersten kühlen Köstlichkeiten aus Nuss, Vanille, Zitrone und Dekorationen à la Streuseln und Waffeln versorgt werden.

Nachdem dieser positive Spuk genauso überraschend schnell vorbei war wie er begann, hieß es erstmal (ab)warten; für uns aber auch für unsere Besucher*innen ab 14:30 Uhr. Punkt 15 Uhr war es dann soweit: es folgte Runde 2 der Eisschlacht: Ergänzt durch Erdbeer- und Zimteis, sowie diversen Waldfrüchten wurde das Eisbuffet erneut präsentiert. Hier fanden sich neben mehreren Grundschülern auch Vorschulkinder ein, um sich ein bis drei Mal ihre Eisschüssel zu befüllen. In dieser Runde verweilten wir einige Zeit in unserem Garten und konnten im Anschluss auch den ein oder anderen kleinen Plausch abhalten. Doch das war es final noch nicht!

Gegen 17Uhr bot sich die Gelegenheit, das Eisangebot nochmals den (neuen) Interessenten darzubieten; außerdem gab es ja noch die Sorten Pistazie und Schokolade.

In dieser 3. Runde bedienten sich nochmals etwa 10 Kinder – manche nutzen auch die Möglichkeit aus Runde 2 erneut teilzunehmen – an Eis, Früchten, Streuseln und Waffeln; bis schließlich (fast) alle Eisvorräte erfolgreich aufgebraucht waren.

Am Ende unseres Kindertages freuten sich insgesamt mehr als 30 (Vorschul-)Kinder und Jugendliche über die kühle Überraschung, das Dekorieren und das Mischen nach Lust und Laune; und auch das ein oder andere volljährige Kind 60+ hat sich eine kleine Verkostung nicht nehmen lassen. Nur den Abwasch mussten der Geschirrspüler und ich alleine schaffen…

Ihr | Euer Enrico (Sozialpädagoge/ Sozialarbeiter im MGH)

 

 
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