Chancengleichheit in der Bildung ist eine Frage der Vernunft
Ein neues Gutachten zeigt: Kinderarmut hat auch Auswirkungen auf die Staatsfinanzen
Ein neues Gutachten zeigt: Kinderarmut hat auch Auswirkungen auf die Staatsfinanzen
Eigentlich müsste unsere Gesellschaft alles tun, um Kinderarmut endlich zu überwinden. Vor allem die ungleichen Bildungschancen sind nur nicht nur ungerecht, sie wirken sich auch finanziell auf die öffentlichen Haushalte aus.
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Eigentlich müsste unsere Gesellschaft alles tun, um Kinderarmut endlich zu überwinden. Vor allem die ungleichen Bildungschancen sind nur nicht nur ungerecht, sie wirken sich auch finanziell auf die öffentlichen Haushalte aus, wie ein neues Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des UN-Kinderhilfswerks Unicef herausgearbeitet hat. Ein Kind, das in Deutschland in armen Familien aufwächst, trägt danach im Laufe seines Lebens zu den öffentlichen Haushalten schätzungsweise 216.500 Euro weniger bei, als ein Kind, das diese Einschränkungen nicht hat. Darüber berichtet n-tv auf seiner Webseite zum Internationalen Tag für die Beseitigung von Armut am morgigen Samstag.
Die Folgen von Armut in den Familien erleben wir jeden Tag in unserem AWO Büro KINDER(ar)MUT. Ein Weg für mehr Chancengleichheit in der Bildung wäre ein gebührenfreies und gesundes Mittagessen an Kitas und Schulen. Dafür setzt sich auch die Volksinitiative „Gerechtigkeit is(s)t besser“, die aktuell Unterschriften dafür sammelt. Und im Programm „1 plus 9 – ein Ziel, neun Forderungen für eine sozial gerechte Gesellschaft“ fordert der AWO Bezirksverband Potsdam e. V. unter anderem die Einführung der Kindergrundsicherung und mehr Familienzentren sowie Kultur- und Freizeitangebote für alle Generationen. Es ist möglich und auch eine Frage der Vernunft, Armut zu überwinden.
Immer wieder hätten Studien gezeigt, dass der schulische Erfolg von Kindern in Deutschland besonders stark vom Bildungs- und Einkommensniveau der Eltern abhängt, heißt es in dem Gutachten des IW. "Das bedeutet, dass der Staat eigentlich mehr tun müsste, um die Kinder und ihre Eltern zu unterstützen - etwa durch Ganztagsschulen und Familienzentren", so Axel Plünnecke vom IW. Ein weiterer wichtiger Faktor sei die Gesundheit im Kindes- und Jugendalter. Wer in der Kindheit etwa regelmäßig Obst und Gemüse esse und Sport treibe, bringe dem Staat später im Durchschnitt mehr als 130.000 Euro mehr als jemand, der schon als Kind einen eher ungesunden Lebenswandel habe.
Viele Eltern und die Träger der Kindertagesstätten im Land Brandenburg haben am Dienstag unter dem Motto „Jetzt schlägt´s Dreizehn!“ lautstark erneut gegen das geplante ...