Damit steht ab sofort für jeden Brandenburger Landkreis und jede kreisfreie Stadt ein eigenes, niederschwelliges Informationsangebot zur Verfügung. Die vom LIGA-Fachausschuss Existenzsicherung und Armutsbekämpfung erarbeiteten Hefte enthalten eine Adressübersicht der wichtigsten Anlaufstellen und Checklisten, damit eine Notlage nicht in die Obdachlosigkeit führt.
Es gebe viele Hilfen, von denen wenige wüssten, sagte der Sozialdezernent vom Landkreis Potsdam-Mittelmark Bernd Schade. Deshalb wären die Informationsbroschüren zum Wohnungserhalt eine gute und wichtige Maßnahme zur Informationsweitergabe.
Prävention muss Vorrang haben, sagte Angela Schweers in ihrem Statement. Sie forderte Zwangsräumungen zu verhindern, insbesondere, wenn Kinder mitbetroffen sind, und die würdige Unterbringung von wohnungslosen Menschen. Die Potsdamer Arbeiterwohlfahrt habe in den vergangenen drei Jahrzehnten ein sehr ausdifferenziertes Angebot entwickelt, das die verschiedenen Lebenslagen, z.B. Familien, junge Erwachsene oder Menschen mit psychischen Erkrankungen berücksichtige.
Ohne Wohnung ist alles nichts
Viele – auch private – Wohnungseigentümer wären bereit, Menschen aus der Obdachlosigkeit bei sich aufzunehmen, wenn es für sie verlässliche Ansprechpartner für die Gestaltung des Mietverhältnisses gebe, erklärte Katja Fisch aus dem LIGA-Fachausschuss und Referentin beim AWO Bezirksverband Potsdam e.V. Im ganzen Land Brandenburg seien nur zwei solcher Fachstellen vorhanden. Ihre Idee wäre deshalb, die bestehenden Hilfsangebote und Leistungen der verschiedenen Träger und Verwaltungen zu bündeln. Referentin Fisch wandte sich direkt an Rainer Liesegang, Abteilungsleiter im brandenburgischen Sozialministerium, und forderte ihn auf, mindestens einmal im Jahr alle –auch das Infrastrukturministerium – an einen Tisch zu holen, um zu sehen, „wer was bewegen kann“. Denn ohne Wohnung ist alles nichts.