Dramatische Lage für Geflüchtete an der polnischen Grenze

Mahnwache am Freitag vor dem Rathaus Potsdam

Dramatische Lage für Geflüchtete an der polnischen Grenze

Mahnwache am Freitag vor dem Rathaus Potsdam

Zugeschneite Wälder, Minustemperaturen – und tausende Menschen, die verzweifelt versuchen, einen Ausweg aus ihrer lebensbedrohlichen Lage zu finden. Kurz zusammengefasst ist das die Situation an der polnisch-belarussischen Grenze. Eine Gruppe von Mitarbeiter*innen des AWO Bezirksverband Potsdam war in den vergangenen Tagen in Polen, um sich selbst ein Bild von der dramatischen Situation zu machen. Sie brachten Sachspenden wie Decken, Gaskocher, Schlafsäcke, warme Kleidung und mehr mit, die viele Potsdamer*innen an uns übergeben haben. Auch wurden mehr als 1.200 Euro an Geldspenden gesammelt, die in den kommenden Tagen an die polnische Hilfsorganisation Fundacja Ocalenie überwiesen werden. Vielen Dank dafür!

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Im polnischen Sperrgebiet entlang der Grenze und auf der anderen Seite in Belarus sind aktuell noch immer 2000 bis 5000 Menschen unterwegs, darunter auch Frauen und Kinder. Das Sperrgebiet konnten unsere Mitarbeiter*innen nicht betreten, da dort der Zutritt für Hilfsorganisationen, die Presse oder Beobachter*innen untersagt ist. Es kommt in der sogenannten Todeszone zu laut EU-Recht illegalen „Pushbacks“ durch die polnische Seite, wie örtliche Hilfsorganisationen berichteten und damit entsprechende Medienberichte bestätigen. Die Geflüchteten können aber nicht auf die belarussische Seite zurück. Das Grundrecht auf Asyl und auf die körperliche Unversehrtheit wird den Menschen verwehrt. Die Politik schaut weg und ignoriert damit täglich die europäischen Werte.

Hierzu können wir nicht länger schweigen. Menschen sterben, weil sie versucht haben, für sich und ihre Familien Sicherheit vor Kriegen in ihren Heimatländern zu finden.

An diesem Freitag um 15.00 Uhr, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, findet vor dem Potsdamer Rathaus eine Mahnwache und Kundgebung statt, die wir natürlich unterstützen. Wir fordern zum Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Generalversammlung der Vereinten Nationen (10.12.1948) den Aufbau eines humanitären Korridors für die Geflüchteten. Das bundesweite Bündnis „Städte Sicherer Häfen“, in dem Potsdam und viele weitere Kommunen, Gemeinden und Landkreise mitarbeiten, kann dann sicher die Aufnahme der Geflüchteten organisieren.

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