„Armut demütigt die Menschen, so dass sie selbst über ihre Tugenden erröten“, zitierte die Vorstandsvorsitzende der Potsdamer Arbeiterwohlfahrt, Angela Schweers, zur Begrüßung den Schriftsteller Luc de Clapiers. Das hehre Ziel der AWO sei es, Armut zu überwinden. Davor setze man sich für die institutionelle Förderung von Bildungseinrichtungen ein. „Wenn ein Kind, ein Jugendlicher über die Schwelle tritt, darf Geld keine Rolle mehr spielen“, so Angela Schweers. „Wir möchten Tugend und Talent junger Menschen fördern, da haben wir alle was davon“, ergänzte AWO Vorstand André Saborowski.
Dass sich Armut u.a. in schlechten oder gar keinen Schulabschlüssen niederschlägt und mit vielen Entbehrungen sowie mangelnder Teilhabe an gesellschaftlichem Leben einhergeht, belegte Agnes Blome, Professorin für Politikwissenschaften an der Fachhochschule Potsdam, anhand vergleichender Studien aus der Sozialpolitikforschung.
Drei Beispiel aus der Jugendhilfe-Praxis
Statt aber mit entsprechenden Programmen der wachsenden Zahl der von Armut bedrohten oder betroffenen jungen Menschen entgegenzuwirken, hat das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der vor allem in der Kinder- und Jugendhilfe Einsparungen vornehmen will. Demnach sollten u.a. Kinder und Jugendliche mit Hilfebedarf künftig statt erzieherischer Einzelfallhilfe auf Infrastrukturangebote im Sozialraum zurückgreifen, referierte Hubert Lautenbach die geplanten Einschnitte. Der Referent für Grundsatzfragen SGB VIII und Hilfen zur Erziehung beim AWO Bundesverband bezweifelte, dass man wirklich langfristig spare, wenn man systematisch passende Hilfen verweigere.