Am Freitag ist ein Platz im ehemaligen Nowawes und heutigen Babelsberg offiziell nach Olga Bathe benannt worden. Sie war AWO-Ortsgruppen-Vorsitzende und eine große Frauenrechtlerin.
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Die Sozialdemokratin Olga Bathe setzte sich in den 1920ern und danach vehement für Frauenrechte und das Frauenwahlrecht ein. Und sie übernahm als Vorsitzende in den 1930ern den Ortsausschuss der Arbeiterwohlfahrt, organisierte eine Suppenküche für Kinder und Arbeitslose und eine Nähstube für Mädchen. Jetzt ist ein Platz im ehemaligen Nowawes und heutigen Babelsberg offiziell nach ihr benannt. Potsdams Sozialbeigeordnete Brigitte Meier, AWO Vorstand André Saborowski und Uwe Klett von der Geschichtswerkstatt Rotes Nowawes e.V. enthüllten am Freitag symbolisch eines der drei Straßenschilder an dem Platz Ecke Neue Straße/Mühlenstraße am Seiteneingang zum Park Babelsberg. „Heute ist hier alles schick. Man kann sich kaum vorstellen, wie die Situation der Menschen in den 1920ern hier war. Viel Elend, Hunger, Armut“, sagte Klett. Ehrenamtlich habe Bathe Spaziergänge für Kinder durch den Park organisiert, Ferienspiele und Essen besorgt.
Sozialbeigeordnete Meier betonte, dass die Geschichte von Bathe eine „typisch sozialdemokratische Geschichte“ sei. Für André Saborowski vom AWO Bezirksverband Potsdam e.V. steht die Wirkung Bathes exemplarisch für die Ursprünge der Arbeiterwohlfahrt. Es sei damals wie heute vor allem um Solidarität gegangen, um ehrenamtliche gegenseitige Unterstützung in einer schwierigen Zeit. Das sei auch aktuell sehr wichtig für den Wohlfahrtsverband und zeige sich durch die vielen Engagierten der AWO Ehrenamtsagentur.
In Kürze soll noch eine Erinnerungstafel für Olga Bathe an dem Platz angebracht werden. Sie war mit ihrem Mann Richard in der Gewerkschaftsbewegung und im sozialdemokratischen Wahlverein aktiv. Noch im Februar 1933 veranstaltete die AWO einen Unterhaltungsabend für erwerbslose SPD-Mitglieder, auf der die NSDAP scharf angegriffen wurde – mit dabei Olga Bathe. Die Zeit des Nationalsozialismus überstanden die Bathes in Langerwisch, indem sie den dortigen Konsum der Konsumgenossenschaft übernahmen. Am 25. März 1948 starb Olga Bathe. Im Alter von 59 Jahren, kurz nach ihrem Mann Richard.
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