Rund 400 Teilnehmer*innen trafen sich am Nachmittag vor dem Landtagsschloss auf dem Alten Markt und forderten Änderungen an dem Entwurf für das Kitafinanzierungsneuordnungsgesetz, das spätestens im Dezember vom Landtag beschlossen werden soll. Massiv in der Kritik sind unter anderem die vorgeschlagenen Regelungen, die die Mittagessenkosten für Familie rapide ansteigen lassen würden. „Essen ist Bildung und keine Frage des Geldbeutels“, stand auf einem der zahlreichen Plakate. In mehreren Reden stellten Erzieher*innen, Kitaleitungen und andere Fachkräfte an den Bildungseinrichtungen dar, was passieren würde, wenn das Gesetz in seiner jetzigen Form umgesetzt wird. „Wer gute Bildung will, muss auch in gute Bildung investieren“, forderte Sarah Orlowski vom Kitaelternbeirat Cottbus als erste Rednerin. Moderiert wurde die Kundgebung von Annett Bauer, Geschäftsstellenleitung der AWO Kinder- und Jugendhilfe Potsdam gGmbH.
Besonders die weiterhin völlig unzureichende Finanzierung der Betreuungszeiten würde die Träger, Fachkräfte und Kinder zunehmend unter Druck setzen. „Die Grenze des Möglichen wird immer weiter nach unten verschoben“, stellte Oliver Brendel-Zierdt als Fachkraft und Verdi-Mitglied fest. Es drohen nach Ansicht der Träger, der Eltern und des Kitaelternbeirates Potsdam deutliche höhere Kosten für das Mittagessen für Familien durch die geplante Abschaffung des bislang geltenden Preisdeckels, verkürzte Öffnungszeiten und die Schließung von Kitas in freier Trägerschaft. Dabei gibt es wegen der sinkenden Kinderzahlen gerade die Chance, den Betreuungsschlüssel zu verbessern, ohne mehr Geld ausgeben zu müssen.