Den Rasensport nicht ins Abseits schießen

Professionelle Sportwetten haben ein hohes Suchtpotential

Ein Ball liegt auf einem Fußballfeld
Quelle: Markus Spiske | https://unsplash.com/

Professionelle Sportwetten haben ein hohes Suchtpotential

An diesem Donnerstag geht es endlich los und die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko startet. Und viele tippen sicherlich im privaten Umfeld wieder auf die Ergebnisse der Spiele. Geht es aber um professionelle Sportwetten, besteht ein hohes Suchtpotential,


Minuten Lesezeit

Darauf weist die Suchtberatung des AWO Bezirksverbandes Potsdam e.V. hin. Bereits zur vergangenen Weltmeisterschaft vor vier Jahren wurden die Umsatzrekorde im Bereich der Sportwetten erneut gebrochen. Zu dem am 11. Juni beginnenden Turnier gibt es nun einen Sportwettanbieter, der für „qualifizierte User“ einen Livestream auf den mobilen Endgeräten anbieten möchte –also für registrierte Kunden, die über ein aktives Konto verfügen und dort Guthaben hinterlegt oder eine Wette platziert haben. Dies wird Abhängigkeiten – und Umsätze – wahrscheinlich noch einmal verstärken.

„Das Sportereignis tritt schnell in den Hintergrund“, sagt Susanne Lüthke als Schwerpunktberaterin im Landkreis Potsdam-Mittelmark. „Die Betroffenen sind gefangen zwischen den Wettereignissen. Viele berichten, dass Sie am Ende das Fußballspiel nicht mehr genießen konnten, sondern nur noch an die nächste Wette, die letzten Verluste oder die erhofften nächsten Gewinne dachten.“

Das Angebot an Sportwetten ist riesig. Es gibt tausende Webseiten, nur wenige davon sind laut dem deutschen Glücksspielstaatsvertrag legal. Daniel Zeis, Teilbetriebsleiter der AWO Suchtberatung, berichtet von guten Erfahrungen mit der bundesweiten Sperrplattform OASIS, auf der sich Betroffene registrieren können, um von (legalen) Glücksspielangeboten gesperrt zu werden. Nutzer*innen wären so wirksam geschützt. Für alle anderen (illegalen) Angebote gebe es mittlerweile auch gute Apps.

Die Potsdamer Arbeiterwohlfahrt ist Mitglied im Bündnis gegen Sportwetten-Werbung. Dieses setzt sich für eine weitestgehende Einschränkung von Sportwetten-Werbung ein. Wer Probleme mit Glücksspiel hat, kann sich in Potsdam und Potsdam-Mittelmark kostenfrei an die Suchtberatung der AWO wenden (suchtberatungsstelle@awo-potsdam.de).

In Potsdam-Mittelmark bietet die Beratungsstelle eine Telefonsprechstunde an. Jeweils dienstags zwischen 14.00 Uhr und 15.00 Uhr ist die Suchtberatung im Landkreis Potsdam-Mittelmark unter der Rufnummer 033841-387818 zu erreichen. Die Sprechstunde ist auch für Angehörige geöffnet. Die Gespräche werden selbstverständlich auf Wunsch anonym und vertraulich behandelt.

Außerdem trifft sich in Potsdam jeden ersten Mittwoch im Monat die Spieler-Selbsthilfegruppe um 19 Uhr in den Räumen der AWO Suchtberatung. Hier wird Hilfe von Betroffenen für Betroffene von Glücksspiel- und Mediensucht angeboten.

Im restlichen Land Brandenburg gibt es auch von anderen Trägern entsprechende zielgerichtete Hilfen: https://www.spielsucht-brandenburg.de/

© 1990 - 2026 Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Potsdam e. V.
 
Jobportal
Mutige Mutmacher*innen gesucht!

Komm zu den mutigen Mutmacher*innen.