Darauf weist die Suchtberatung des AWO Bezirksverbandes Potsdam e.V. hin. Bereits zur vergangenen Weltmeisterschaft vor vier Jahren wurden die Umsatzrekorde im Bereich der Sportwetten erneut gebrochen. Zu dem am 11. Juni beginnenden Turnier gibt es nun einen Sportwettanbieter, der für „qualifizierte User“ einen Livestream auf den mobilen Endgeräten anbieten möchte –also für registrierte Kunden, die über ein aktives Konto verfügen und dort Guthaben hinterlegt oder eine Wette platziert haben. Dies wird Abhängigkeiten – und Umsätze – wahrscheinlich noch einmal verstärken.
„Das Sportereignis tritt schnell in den Hintergrund“, sagt Susanne Lüthke als Schwerpunktberaterin im Landkreis Potsdam-Mittelmark. „Die Betroffenen sind gefangen zwischen den Wettereignissen. Viele berichten, dass Sie am Ende das Fußballspiel nicht mehr genießen konnten, sondern nur noch an die nächste Wette, die letzten Verluste oder die erhofften nächsten Gewinne dachten.“
Das Angebot an Sportwetten ist riesig. Es gibt tausende Webseiten, nur wenige davon sind laut dem deutschen Glücksspielstaatsvertrag legal. Daniel Zeis, Teilbetriebsleiter der AWO Suchtberatung, berichtet von guten Erfahrungen mit der bundesweiten Sperrplattform OASIS, auf der sich Betroffene registrieren können, um von (legalen) Glücksspielangeboten gesperrt zu werden. Nutzer*innen wären so wirksam geschützt. Für alle anderen (illegalen) Angebote gebe es mittlerweile auch gute Apps.