Die Sommerferien neigen sich nunmehr dem Ende – sechs Wochen voller Spiel, Spaß und Erholung. Es wurde nass, matschig, lustig, kreativ und auf eine gute Art auch ein bisschen schaurig. Wir und die Kinder haben den Ferien alles verliehen, damit sie ihrem Namen auch gerecht werden. Wir haben viel gebastelt, gewerkelt, es gab einige Ausflüge und auch Spiel und Kino kamen nicht zu kurz.
Besonders gefreut haben sich die Kinder, wenn es hieß, dass der Wasserschlauch angestellt wird. Wilde Freudenrufe erklangen über den Hof, wenn man sich der Herausforderung stellte, durch den Sprenger zu springen oder sich gegenseitig mit Wasser abspritzte. Manch einer genoss auch eher die Möglichkeit, im Sandkasten eine Kleckerburg zu errichten oder die Hände im kühlen Schlamm zu versenken. Opfer des Ganzen wurde nur der ein oder andere arglos vorbeilaufende Erzieher – doch es gibt nun wahrlich Schlimmeres, als eine kurze Erfrischung im Sommer.
Gerade im kreativen Bereich fanden viele Angebote statt. Nebst gestalterischen Aktivitäten wie dem Bemalen von Leinwänden mit Pinseln und vom Boden mit Kreide steht bei uns vor allem immer der handwerkliche Aspekt im Zentrum. Es wurde getöpfert, Körbe geflochten, Kerzen gegossen und T-Shirts mittels Batiken gestaltet. Zudem erhielten einige Stoffe ein neues Blumenmuster. Besonders großen Anklang fand das Gestalten von Window-Color-Bildern, welches über Tage hinweg immer wieder angefragt wurde.
Über die Ferien verteilt erfreuten sich die Werwolf-Runden großer Beliebtheit. Während anfangs noch die Erzieher und Azubis die Runden geleitet und die Dorfbewohner entweder zu Sieg oder schmachvoller Niederlage geführt haben, übernahmen die Kinder im Laufe der Ferien immer mehr Verantwortung für das Spiel. Anfangs, indem einige Kinder auf Wunsch die Leitung des Spiels übernahmen. Sonderbarerweise wurden die mitspielenden Erzieher oft zuerst verdächtigt – unsere Profession scheint irgendwas mit Werwölfen gemein zu haben. Im weiteren Verlauf stellten die Kinder jedoch selbstorganisiert und aus eigenem Wunsch die Runden alleine auf. Sie einigten sich auf Sonderregeln, betrieben Werbung für ihre Runde und überlegten sich Ansagen, die sie dann auch über die Lautsprecher verkündeten. Oft genug erscholl das Heulen der Werwölfe aus dem Raum und so manch unschuldiger Dorfbewohner wurde aus dem Dorf gejagt.
Um dem Gegeneinander entgegenzuwirken fanden auch die allseits beliebten Kooperationsspiele erneut statt. Im „Turmbau zu Babel“ stellen sich die Kinder als Team der Herausforderung, nur mittels einiger Seile und eines Hakens Holzklötze zu einem möglichst hohen Turm aufzubauen. Besonderen Augenmerk legt dieses Spiel auf die Fähigkeit, achtsam miteinander zu kommunizieren und sich in die Perspektive der anderen Gruppenmitglieder hineinzudenken. Für die Eigenwahrnehmung und Erprobung der Kommunikationsfähigkeit ohne Worte spielten wir das Spiel „Rückenmaler“. Bei diesem Spiel wird auf dem Rücken des Vorderkindes eine Form gezeichnet, welche dann wiederum auf den Rücken vor diesem Kind weitergegeben wird. Also sozusagen eine Variante von Stille Post – nur in diesem Sinne eine wirklich komplett stille Post.
Große Freude leuchtete in den Augen der Kinder auf, wenn morgens an der Tafel stand: Kinotag. Im Theaterraum wurden an diesen Tagen die Vorhänge zugezogen und der Beamer aufgebaut. Nach dem üblichen Kampf mit der Technik liefen dann flimmernd Asterix, Obelix und Idefix über die Wand, während an einem anderen Tag Hicks die Fantasie der Kinder ebenso liegen lässt wie seinen Drachen Ohnezahn. Und derweil die Kinder fasziniert den Filmen folgten, fühlten sich die Erzieher eher wie der ermattete Zenturio, der über den heißen Sommer in Gallien klagt.
Die Sommerferien sind nicht nur eine Zeit der Erholung, sondern auch die Zeit des Übergangs zwischen den beiden Schuljahren. Die Erzieher haben viele organisatorische Fragen in Angriff genommen und sich auf das neue Jahr vorbereitet. Vor allem aber war es eine Zeit des Abschieds für viele Kinder, die im nächsten Schuljahr nicht mehr den Hort besuchen werden. Trotz eines lachenden und weinenden Auges sind wir sehr froh über die Zeit, die die Kinder in unserem Hort verbracht haben. Als Kontrast dazu kamen in den letzten Ferienwochen viele neue Kinder in den Hort, lernten dort die neuen Räume und Erzieher kennen und können zum jetzigen Zeitpunkt ihre Aufregung ob der Einschulung kaum verbergen.
Wir sind sehr froh wegen der gelungenen Ferien und blicken mit freudiger Erwartung auf das neue Schuljahr. Wir hoffen, dass alle einen grandiosen Sommer hatten und freuen uns darauf, euch bald wieder im Hort begrüßen zu dürfen, wo wir viel gemeinsam lernen, forschen und neue Erinnerungen schaffen werden.
Hallo liebe Eltern und Kinder,
anbei findet ihr den Aktivitätenplan für die Sommerferien bei den HavelsprottenBitte beachtet, dass der Plan vorläufig ist und Aktivitäten ...