Heute möchten wir über das Angebot für die 5.&6. Klassen hier bei den Havelsprotten sprechen.
Seit diesem Schuljahr wird im 3.OG (aktuell) immer dienstags der Clubraum für die Kinder der fünften und sechsten Klassen geöffnet, damit sie dort ihre Zeit unter sich als beinahe Jugendliche verbringen können. Sie kommen selbstständig nach dem Schulalltag zum Treffpunkt. Doch was geschieht dort und wie kam es zu der Idee?
Wir begleiten die Kinder von der ersten Klasse an. Wir erleben ihre Freude und ihr Leid, Ihr Heranwachsen. Wir beobachten ihre Konflikte, sehen wie Freundschaften auseinandergehen und entstehen, wie Interessen geboren werden und wieder verschwinden. Wir begleiten die Kinder als Unterstützer, Helfer, Förderer und sind ein sicherer Hafen. Wir bieten Aktivitäten an, erwecken Interesse, motivieren zum Spiel und zum Nachdenken über alltägliche, soziale und philosophische Themen.
Und nach vier Jahren ist dann meistens Schluss. Ein Großteil der Kinder verlässt den Hort mit dem Ende der vierten Klasse. An Stelle des Kreativangebots treten Vereine, an Stelle der Gruppenzeit ein Jugendclub. Das ist der Idealfall. Ganz oft sehen wir die Kinder nach der Schule aber auch einfach mit Freunden in der Stadt in Parks oder an Ecken abhängen. Meistens spielen dabei Medien eine wichtige Rolle. Gemeinsam schaut man sich Videos auf Youtube an oder versucht, die neusten Tänze oder Challenges von TikTok nachzuahmen. Gewiss, Medien sind ein elementarer Bestandteil des Aufwachsens von jungen Menschen in unserer Zeit. Jedoch findet dieser Medien- (und hier muss man es mal so benennen) -konsum meist ungefiltert und sehr breitflächig statt. Weil man sich nicht ausgeschlossen fühlen möchte. Und weil man der Erste sein möchte, der seiner Clique von einem neuen Trend berichten kann.
Die Idee einer Erzieherin des Hortes war, dass wir dieser Entwicklung nicht unbedingt entgegenwirken wollen. Jedoch ist es unser Wunsch, diese Energie umzuleiten und Alternativen zum kollektiven Starren auf den Bildschirm anzubieten. Und vor allem nachhaltig auf die Angebote für die Zeit danach hinzuweisen. Wir möchten eine Gemeinschaft für die Kinder dieses Alters schaffen, in der Austausch gefördert und ein Ausgleich zwischen Medienangeboten, kulinarischen Abenteuern und kreativem Gestalten hergestellt wird.
Der alte Raum für die An- und Abmeldung und das Vesper im 3.OG wurde umgestaltet. Dieser Raum hat nun eher den Charakter eines Clubraums. Spiele wurden aus- und eingeräumt, Möbel wurden umgestellt und pädagogisches Material besorgt. Die Idee ist, dass der Raum an allen anderen Tagen der Woche ein Multifunktionsraum ist, am Dienstag aber ausschließlich als Clubraum für die Großen genutzt wird. Bei der Einrichtung war es uns wichtig, gleichzeitig viele Möglichkeiten für die alltägliche Nutzung offen zu lassen als auch ein breites Spektrum für das exklusive Angebot der Großen zu ermöglichen.
Der Raum bietet ihnen Exklusivität und sie können ihn ohne Konkurrenz als Ruhe- und Rückzugsraum verwenden.
Zu Beginn wurden Wünsche mit den Kindern gesammelt. Diese Wünsche bilden die Grundlage für die Angebote und daraus wurde ein Ablauf erstellt. Dieser wurde den Eltern für die Planung mitgeteilt und hängt jetzt frei einsehbar im Flur im 3.OG. So wissen die Kinder, welches Angebot die Woche stattfindet und können selber entscheiden, ob sie dazustoßen möchten.
Wie bereits oben erwähnt, stehen für uns auch Medien im Mittelpunkt. Fast jede Woche bauen wir eine alte Nintendo Wii auf, an der die Kinder altersgerechte Spiele wie Mario Kart spielen können. Die Entscheidung zur Einbindung einer Konsole haben wir bewusst getroffen. Wie jedem mittlerweile klar sein dürfte, spielt Gaming eine immer wichtiger werdende Rolle im Heranwachsen und Reifen junger Menschen. Es ist an und für sich eine gute Möglichkeit, um neue Leute kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Wenn wir mit den Kindern der Einrichtung ins Gespräch gehen, ist fast ausschließlich von Online-Gaming die Rede. Kontakte, die man darüber kennenlernt, finden fast ausschließlich im Internet statt. Die Auswirkungen und Gefahren dessen sind ein wichtiges Thema heutzutage. Um einen Kontrast anzubieten, können die Kinder bei uns im Splitscreen (also mit geteiltem Bildschirm) spielen. Dabei kommen sie über das Spiel miteinander ins Gespräch. Sie reden über ihre Hobbies, ihre Freunde und das Leben außerhalb der Schule. Diese Form der Interaktion ist uns sehr wichtig, deswegen bieten wir ausschließlich Offline-Spiele an.
Was viele Kinder und auch den ein oder anderen neugierigen Kollegen zu dem Angebot treibt ist natürlich das Essen. Jeden Tag wird etwas in der Zeit vorbereitet. Dabei wurden die einzelnen Gerichte im Vorhinein mit den Kindern besprochen. So kam eine bunte Mischung von Pizzawaffeln über Eis bis hin zum gesunden Obstsalat zusammen. Und der Effekt erstreckte sich sogar über die Türen des Clubraums hinaus. So wurde uns beispielsweise berichtet, dass eines der Kinder zuhause mittlerweile Wraps mitisst. Eine große Erleichterung für die Eltern, die bis zu diesem Zeitpunkt eine zusätzliche Alternative mit Pfannkuchen zubereiten mussten. Die Kinder genießen diese Situation sehr. Sie setzen sich hin, essen und unterhalten sich über altersspezifische Themen. Dabei geraten sie in einen regen Austausch miteinander und teilen Erfahrungen, Witze und Ansichten.
Ich möchte nun zum Abschluss einige Zitate von Beteiligten anbringen:
Erzieherin: „Mein Highlight ist, dass dienstags die Tür aufgeht und die Kinder ohne Suchen selbstständig kommen, fast alle fragen auch nach, ob unser Angebot Dienstag stattfindet. Ich würde mir noch wünschen, dass sich mehr Kinder einfinden. Aktuell kommen etwa 50% der noch angemeldeten Kinder regelmäßig vorbei. Das ist eine sehr gute Quote in Anbetracht der anderen Verpflichtungen außerhalb von Hort und Schule. Ich freue mich über alle, die dabei sein möchten und die Tür steht für die Großen auch im nächsten Jahr wieder offen.“
Kind 1: „Die Atmosphäre ist sehr cool. Man kann Sachen machen, die man sonst nicht macht und ist nur für sich. Die Gesprächszeit ist mir auch sehr wichtig.“
Kind 2: „Es macht total Spaß. Leckere Sachen futtern, Wii Spiele sind total cool und dass es nicht so viele Kinder sind.“
Liebe Leser und Leserinnen,
heute berichten wir über unser Angebot für die Kinder der 5. und 6. Klassen.
Der Clubraum
Seit diesem Schuljahr öffnen wir jeden Dienstag den ...