Es kann jeden treffen, und manchmal plötzlich und unerwartet. „Auch Du kannst ab morgen behindert sein!“, stand auf dem selbstgemachten Plakat. Am 5. Mai demonstrierten rund 200 Menschen auf dem Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen.
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Es kann jeden treffen, und manchmal plötzlich und unerwartet. „Auch Du kannst ab morgen behindert sein!“, stand auf dem selbstgemachten Plakat, das eine Frau am Dienstag vor dem Potsdamer Brandenburger Tor in die Höhe hielt. Am 5. Mai demonstrierten rund 200 Menschen auf dem Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen – und vor allem gegen aktuelle politische Entwicklungen wie Kürzungspläne bei der Eingliederungshilfe. Viele Akteure hätten sich dieses Jahr zusammengetan, sagte Rosalind Honig vom AWO Netzwerk Arbeit Inklusiv. „Das ist besser, als wenn wir alle allein kämpfen.“
Sie verwies auf die lange Geschichte der Inklusion seit der 2006 verabschiedeten UN-Behindertenrechtskonvention. Seitdem habe es zwar viele Fortschritte gegeben, so Honig. Das Erreichte dürfe aber nicht zurückgedreht werden. Zahlreiche selbstgemachte und bunte Plakate waren am Dienstag vor dem Potsdamer Brandenburger Tor zu sehen. Mehr Teilhabe, mehr Barrierefreiheit und das Ende der Diskriminierung forderten die Redner*innen, darunter auch die Beauftragte für Menschen mit Behinderung, Tina Denninger, und Oberbürgermeisterin Noosha Aubel.
Ein weiteres wichtiges Thema war Teilhabe durch ziviles Engagement. Der Behindertenbeirat der Stadt hat dazu die Kampagne Teilhabe 2029 gestartet. Hier geht es beispielsweise um Begleitung von Menschen mit Behinderung zu kulturellen Veranstaltungen. Auch werden Pflegeeinrichtungen gesucht, die behinderte Menschen ehrenamtlich für kleine Aufgaben beschäftigen.
Der Protesttag findet in Potsdam bereits seit 1992 statt, in diesem Jahr unter dem Motto „Bambule für Inklusion“. Derzeit laufen außerdem die 5. Potsdamer Inklusionstage (20. April bis 17. Mai).
Ein aktuelles Interview mit Rosalind Honig vom Netzwerk Arbeit Inklusiv der Potsdamer Arbeiterwohlfahrt ist außerdem auf der rbb-Website zu finden.
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