Den nachdenklichen Teil übernahm die Theraplay-Therapeutin Ulrike Franke. Theraplay ist eine interaktive Kurzzeit-Spieltherapie, in der nur positive Situationen herbeigeführt und früheres Verhalten vermieden wird. Perfektion werde für Jugendliche immer wichtiger, sagte sie. Dabei sei Perfektion im sozialen Bereich nie erreichbar. Der Drang nach Perfektion führe aber zu Stress, ständiger Kontrolle und häufig auch zu Depressionen und Angststörungen, wenn es nicht gelinge, perfekt zu sein. 80 Prozent der Kleinkinder fühlen sich überfordert. „Für uns ist Perfektion nicht wichtig. Wir wollen, dass das Kind mit allen seinen Facetten gesehen wird“.
Wie die Frühförder- und Beratungsstelle den Familien helfen kann, schilderte eine Mutter eindrücklich. Acht Jahre lang sei sie von der Arbeiterwohlfahrt bei der Erziehung ihres Kindes unterstützt worden. „Wir sind sehr dankbar für die Hilfe. Ganz wichtig: Die Mitarbeitenden sind Anwält*innen für die Rechte und Bedürfnisse der Kinder. Es braucht ein ganzes Dort, um ein Kind groß zu ziehen. Und wir haben ein Dorf um uns herum.“
Luise Taulin von den Flexiblen Hilfen und ihre Mitarbeiter*innen spielten gegen Ende der Veranstaltung typische Situationen im Arbeitstag in den vier brandenburgischen Regionalbüros nach. Von besuchen in den Familien, ersten Gesprächen, der Beratung bei Krisen oder Konflikten und weiterführenden Hilfsangeboten. Es sei ein bisschen wie bei Mary Poppins. „Wir sind Vertrauensperson, Begleiter, Mitdenker, eine Schulter zum Ausweinen, Zuhörer – und wir fliegen fort, wenn der Wind sich dreht und die Familie uns nicht mehr braucht.“
Wer könnte darauf verzichten wollen? Wir freuen uns auf die nächsten 25 Jahre.